Was mir als Allererstes bei Totenfrau aufgefallen ist, war der ungewöhnliche Schreibstil. Bernhard Aichner sticht damit auf jeden Fall sehr hervor. Er schreibt wirklich äußerst knapp, auf das Notwendige reduziert. Und obwohl ich ein paar Seiten gebraucht habe, um damit zurechtzukommen, hat sich dann schnell ein Lesefluss eingestellt. Ich empfehle aber wirklich, sich vorher eine Leseprobe anzuschauen, denn sein Schreibstil wird sicherlich nicht für jedermann geeignet sein.
Der Anfang war, abgesehen vom außergewöhnlichen Schreibstil, noch einmal zusätzlich verwirrend. Es gab keine Einleitung, ich wurde als Leserin mitten in eine Szenerie geschmissen und lernte Blum kennen. Eine junge Frau, die sich nackt auf einem Boot sonnt und dabei Musik hört. Musik, um Schreie zu übertönen.
Blum, oder Brünhilde, wie sie eigentlich heißt, ist nicht die typische sympathische Charakterin denkt man zumindest auf den ersten Blick. Aber im Verlauf der Geschichte schildert sie, warum sie zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist. Was ihr widerfahren ist und warum sie so geworden ist.
Die ersten Kapitel haben mich auch innerlich zutiefst erschüttert. Blums Verlust, ihre Ängste und ihre Verzweiflung waren so deutlich spürbar, dass ich sie am liebsten in den Arm genommen hätte. Die Entdeckungen, die sie dann letztendlich gemacht hat, und der Grund, warum ihr Mann sterben musste, waren wiederum auf eine ganz andere Art und Weise grausam.
Trotz der knappen Sätze des Autors war ich gefesselt, gespannt, traurig und angeekelt Ich war gefangen in diesem Thriller und konnte einfach nicht aufhören zu lesen.
Der letzte Plot-Twist konnte mich zwar nicht überraschen, da ich ihn schon geahnt hatte, aber dennoch war er gut gemacht.
Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bücher der Reihe rund um Blum.
Totenfrau ist definitiv kein Thriller, den ich so schnell vergessen werde. Der ungewöhnliche Schreibstil, die düstere Atmosphäre und vor allem Blum als Charakter haben mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen. Auch wenn ich anfangs etwas gebraucht habe, um in den Schreibstil hineinzufinden, konnte ich das Buch später kaum noch aus der Hand legen. Eine Geschichte, die mich gleichermaßen erschüttert, fasziniert und neugierig auf mehr gemacht hat.