Der erste Schritt in die Wildnis fühlt sich an wie ein Atemzug, der viel zu lange angehalten wurde. Seiten voller Bergluft, knirschendem Kies und Sonnenaufgängen, die sich wie kleine Neuanfänge anfühlen, haben uns beide sofort eingefangen. Neben mir raschelte das Buch, ein leises Flüstern kam von der Couch, ob man wirklich einfach loslaufen kann. Genau dieses Staunen zog sich wie ein roter Faden durch unser gemeinsames Lesen.
Mari stolpert in ein Leben ohne Bildschirm, und mit jedem Kilometer verändert sich auch beim Lesen etwas. Zwischen Blasen an den Füßen und stillen Momenten am Wasser wurde immer wieder gemeinsam innegehalten. An einer Stelle blieb das Buch zwischen uns liegen, weil die Frage im Raum stand, ob Mut immer laut sein muss. Die Antwort fühlte sich plötzlich ganz leise an, und wir blätterten langsamer weiter.
Besonders berührend waren die Begegnungen unterwegs. Warmherzig, vorsichtig, manchmal unerwartet. Ein Lächeln ging von einer Seite zur nächsten, als Mari beginnt, sich selbst wieder zu spüren. Neben mir kam der Wunsch auf, selbst einmal einfach loszugehen, ohne Plan, nur mit Vertrauen. Diese Sehnsucht blieb bis zur letzten Seite.
Die Geschichte erzählt sanft von Druck, Erwartungen und dem Loslassen. Gleichzeitig schenkt sie Hoffnung, dass man sich im Draußen wiederfinden kann. Zurück blieb das Gefühl, gemeinsam eine Reise gemacht zu haben, die nach Regen riecht, nach Freiheit klingt und noch lange nachhallt.