Archer erhält einen anonymen Brief mit einer grausamen Drohung und schon bald wird klar, dass dahinter kein harmloser Scherz steckt. Jemand zwingt ihn zu einem gefährlichen Spiel aus mehreren Runden, in denen er vor Entscheidungen gestellt wird, die für andere tödliche Konsequenzen haben können. Gleichzeitig scheint alles mit einer früheren Klassenfahrt nach Mexiko und einem Geheimnis verbunden zu sein, welches Archer und seine Freunde Hazel und Nick lieber für sich behalten würden.
Six Ways to Watch You Fall überzeugt mit einer spannenden Grundidee, moralischen Dilemmata und der Frage, welche Konsequenzen unsere Entscheidungen, oder auch unser Nicht-Handeln, haben können.
Besonders gut gefallen haben mir der Schreibstil und der Aufbau. Kurze Kapitel, Cliffhanger und der Wechsel zwischen der Gegenwart und den Ereignissen während der Klassenfahrt nach Mexiko sorgen für ein hohes Lesetempo. Stück für Stück setzt sich dabei zusammen, was damals passiert ist und wie es mit den aktuellen Ereignissen zusammenhängt.
Colin Hadler greift außerdem wichtige Themen wie Ausgrenzung, Gruppendruck, Homosexualität und den Einfluss von Social Media auf. Gerade diese Verbindung mit den moralischen Fragen gibt der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Auch die Auflösung hat mir gut gefallen. Besonders die Motivation hinter den Taten konnte mich überzeugen und fügt sich für mich sehr gut in die zuvor behandelten Themen ein. Bei einigen Aspekten der konkreten Umsetzung musste ich allerdings ein bisschen über die Glaubwürdigkeit hinwegsehen. Was genau ich damit meine, möchte ich nicht verraten, denn damit wäre man ganz schnell im Spoilerbereich.
Mein Fazit: Six Ways to Watch You Fall ist ein spannender YA-Thriller, der nicht nur unterhalten möchte, sondern seine Figuren vor Entscheidungen stellt, bei denen es kein einfaches Richtig oder Falsch gibt. Gerade die Mischung aus Geheimnissen, moralischen Dilemmata und aktuellen gesellschaftlichen Themen hat mir gut gefallen. Auch wenn für mich nicht jedes Detail der Umsetzung vollkommen glaubwürdig war, konnte mich besonders das Warum hinter den Ereignissen überzeugen. Eine spannende Geschichte, die zeigt, dass manchmal auch vermeintlich kleine Entscheidungen weitreichende Folgen haben können.