Ich bin von diesem Roman sehr enttäuscht, dabei hätte die Idee dahinter wirklich Potenzial gehabt. Der Klappentext verspricht eine Begegnung der schweizerischen Malerin Susanna (laut meiner Recherchen nannte sie sich später Caroline Weldon) mit dem Sioux Häuptling Sitting Bull. Leider habe ich beim ersten Kapitel eine ziemliche Ernüchterung beim Lesen gemerkt. Achtung, der folgende Text enthält Spoiler: Der Autor erzählt sehr ausschweifend und kommt immer wieder mit unwichtigen Details von der Haupthandlung ab. Somit wird ein ganzes Kapitel lang (über 20 Seiten) erzählt, wie sich das traditionelle Floß dem Baseler Ufer nähert. Als dann Susanna im Kindesalter dem Floßfahrer das Auge ausstiecht, wollte ich das Buch schon abbrechen, so übertrieben und lächerlich beschrieben fand ich es. Ich habe somit begonnen, die Seiten grob zu überfliegen und quer zu lesen bis auf Seite 117, wo es dann endlich (!!!) in die USA geht. Die ganze Handlung davor war für mich einfach irrelevant und hat einfach gar nichts mit der darauf folgenden Handlung zu tun. Ab der Mitte des Buches hat die Geschichte endlich ein wenig Fahrt aufgenommen, aber die im Klappentext versprochene Begegnung wurde erst am Ende oberflächlich angeschnitten. Den Schreibstil empfand ich persönlich als sehr infantil ( Beispiel auf Seite 17 wo sich das Pärchen streitet, ob der Mann nach Pferd stinkt) und die Dialoge waren für mich einfach so absurd und viel zu kurz in wichtigen Wendepunkten der Geschichte. So nimmt es nur zwei Seiten ein, als Susannas Mutter ihren Mann in wenigen Sätzen erklärt, dass sie ihn verlässt und nach New York geht. Der Mann nickt das in wenigen Sätzen ab. Auf nur einer halben Seite (!!!) gesteht Susanna ihrem Mann, dass sie fremd gegangen ist und schwanger ist. Das hat mir die Hauptprotagonistin zudem sehr unsympatisch gemacht, genauso wie ihre plötzliche Idee - ausgelöst durch eine hohe Erbschaft - ihr Kind aus seinem gewohnten Umfeld zu reißen trotz Schulpflicht, und mit ihm quer durchs Land zu fahren. Als ihr 13-jähriger sich eine Zigarette dreht und anzündet, akzeptiert sie das mit einem Schulterzucken, nachdem ihr Sohn ihr Widerworte gibt. An diesen Stellen habe ich nur den Kopf geschüttelt. Ich wurde mit dem Roman nicht recht warm und würde keine Leseempfehlung aussprechen. Ich habe vieles selbst nochmal recherchiert, um mehr Informationen zu Susanna Faesch und Sitting Bull zu erhalten.