Eine zentrale Prämisse der Animation Studies lautet, dass Animation unter digitalen Vorzeichen von der Peripherie ins Zentrum des Mediums Film gerückt ist und sich alle möglichen Varianten von synthetischen Bewegtbildern heute als Animationen verstehen lassen. Das Aufkommen von (teil-)automatisiert errechneten sowie KI-generierten Bewegtbildern stellt herkömmliche Bestimmungen von Animation noch einmal vor neue Herausforderungen. Die Beiträge des Heftes nehmen diese Situation zum Anlass, historische wie zeitgenössische Formen der Bildanimation neu zu beleuchten. Sie fragen, wie tragfähig das Konzept Animation heute ist, um bewegte Bilder in der digitalen Medienkultur der Gegenwart zu beschreiben und wo sich synthetische Bewegtbilder in neue Richtungen weiterentwickeln.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Editorial
Schwerpunkt: Animation Redux
Marion Biet / Felix Hasebrink
Die andere siebte Kunst
Einblick in französischsprachige Animationsfilmtheorie
Benedikt Merkle
«Grow a tree»
Umschreibungen digital erzeugter Bewegtbilder am Beispiel von Partikelsystemen
Marion Biet und Felix Hasebrink im Gespräch mit Barry Ward
Vom Xerox-Kopierer zu KI-Bildern. Ein Gespräch über die Entwicklung der Animationskunst und -industrie
Cécile Noesser
«Drawing with the Wrong Hand»
Eine neue Poetik der 3D-Animation
Julia Eckel
Anim:AI:tion
Animationstheoretische Perspektiven auf generative
Vera Schamal
Machen, Handeln, Generieren
Eine produktionsästhetische Betrachtung animierter Bilder
Artikelreihe «Queer/feministische Perspektiven»
Anna Friderike Dajka
«I don t believe in the glorification of murder; I do believe in the empowerment of women»
Das #good-for-her-Phänomen
Vera Mader
#savagechallenge
Zur politischen Ökonomie von TikTok-Tänzen
Philipp Blum
Gustav Künstler: Der Film als Erlebnis
Diskursgeschichtlicher Kontext und Anknüpfungspunkte zu einem weithin vergessenen Buch
In memoriam
Teresa de Lauretis
von Laura Katharina Mücke