Wenn man zu lang um den heißen Brei spricht, verliert man einen Leser
Der Anfang war vielversprechend. Kurz bevor Simone Selbstmord begeht, ruft sie die Erzählerin an und weil die Erzählerin viel beschäftigt ist, wimmelt sie sie ab. Gleich zwei Mal. Als sie die Nachricht von ihrem Freitod erfährt, gibt sie sich selbst die Schuld für alles. Das war ein Schock, den die Autorin so gut verdeutlicht hat, den ich mitgefühlt habe. In so einer Situation hätte ich mir auch die Schuld gegeben, hätte auch so reagiert, gefühlt und ich hätte auch unbedingt den Grund wissen wollen.Also recherchiert die Erzählerin und beginnt Simones Geschichte von ganz Anfang an. Also mit ihrer Großmutter ... und das wiederum war ein Schock für mich.Der emotionsgeladene Anfang weicht einem Familienbericht, der distanziert die Familiengeschichte runter rattert. All das liebevolle aus dem Anfang verschwindet und das Buch wird zu einer Art Wikipediabeitrag, der Ereignisse aufzählt, ohne auf seine Leser einzugehen.Ich fand das weitgehend enttäuschend. Bis die Geschichte endlich zu Simone angelangt, wird zuerst über ihre Geburt berichtet und das meine ich auch: Es wird berichtet. Das hat mir den Lesespaß genommen und weil die Autorin das ganze so arg hinauszögert, waren mir schließlich die Beweggründe Simones egal. Abgebrochen.