Zwei Schwestern, ein gemeinsames Haus, eine jahrzehntelange Geschichte voller ungelöster Konflikte und plötzlich ist eine von ihnen tot. Doch wer ist Opfer und wer Täterin? Genau diese Frage steht im Mittelpunkt von Anne C. Voorhoeves ungewöhnlichem Krimi Chicken Impossible.
Helene und Hilde könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Helene eher herzlich und aufgeschlossen ist, wirkt Hilde verbittert und unzufrieden. Was zunächst wie ein schwieriges Zusammenleben zweier älterer Schwestern beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem erbitterten Kleinkrieg. Gerade die Rückblicke machen deutlich, dass die beiden Schwestern nicht einfach in gut und böse einzuteilen sind.
Das Besondere an diesem Buch sind aber zweifellos die vier Hühner Rocky, Amy, Susi und Heidi. Sie erleben und beobachten das Geschehen aus ihrem eigenen, schrägen Blick. Rocky als selbstbewusstes Oberhuhn, ihre Schwester Amy sowie die beiden Sundheimer Hennen Susi und Heidi haben alle ihren eigenen wunderbaren Charakter. Besonders die badischen Dialoge von Susi und Heidi haben mir immer wieder ein Schmunzeln entlockt.
Überhaupt ist der Humor für mich eine der großen Stärken des Romans. Die Hühner betrachten die Welt der Menschen mit ihren eigenen Maßstäben und sorgen damit für einige ausgesprochen amüsante Szenen. Ihre Perspektive passt erstaunlich gut zur Geschichte und macht den Krimi zu etwas ganz Besonderem.
Spannend bleibt vor allem die Frage, was zwischen den beiden Frauen tatsächlich passiert ist. Obwohl man weiß, dass eine der Schwestern die andere getötet haben soll, wird die entscheidende Frage lange offengelassen - und nur die Hühner waren Zeugen.
Fazit:
Die Hühnerperspektive ist originell, die Figuren sind wunderbar eigenwillig und die Geschichte schafft es, mich gleichzeitig zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen.
Wer humorvolle, ungewöhnliche und etwas schräge Krimis mag, sollte Rocky und ihre Hennenschwestern unbedingt kennenlernen.
Von mir gibt es volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!