Ich hatte schon immer eine gewisse Abneigung gegen smarte Geräte à la Alexa, aber nach dem Prolog von Arno Strobels Offline sind sie mir gänzlich suspekt. Schon nach den ersten Zeilen lief mir eine Gänsehaut den Rücken hinunter, und das beklemmende Gefühl ließ mich auch auf den folgenden Seiten nicht los.
Nach einem kompletten Szenenwechsel wusste ich lange nicht, wie alles zusammenhängen sollte. Erst gegen Ende fügte sich eines ins andere und ergab Sinn.
Die folgenden Kapitel hatten es in sich. In einem eingeschneiten, verlassenen Berghotel mitten im Nirgendwo erschafft der Autor eine nahezu klaustrophobische Atmosphäre. Auch die Schilderungen dessen, was den Opfern widerfahren ist, sind grausam. Dafür braucht Arno Strobel keine blutigen Szenen..seine Art, Folter und Grausamkeit zu Papier zu bringen, ist auf ihre ganz eigene Weise erschreckend.
Als eine weitere Perspektive hinzukam, waren meine Beklemmung und Fassungslosigkeit kaum noch in Worte zu fassen. Das darin geschilderte Schicksal ließ mich nicht mehr los und hinterließ bis zum Schluss einen faden Beigeschmack.
Trotz der großen Gruppe konnte ich die einzelnen Figuren gut auseinanderhalten. Jeder hatte seine eigenen Macken und Charakterzüge, was das Miträtseln umso spannender machte. Augenscheinlich hatte jeder die Möglichkeit, unbemerkt im Hotel zu morden. Mit diesem Ende hatte ich allerdings nicht gerechnet..ich war überrascht, selbst nicht darauf gekommen zu sein.
Offline hat mich mit seiner beklemmenden Atmosphäre, den grausamen Schicksalen und einem Ende, mit dem ich so nicht gerechnet habe, ganz schön mitgenommen. Ein Thriller, der mir nicht nur beim Lesen eine Gänsehaut beschert hat, sondern auch danach noch im Kopf geblieben ist.