Ben Weber nimmt uns mit in die 60er-Jahre und erzählt aus der Sicht des jungen Bernhard von einer Kindheit, die zwischen strengen Regeln, familiären Spannungen und kleinen Freiheiten stattfindet. Gerade diese kindliche Perspektive hat mir besonders gut gefallen, denn vieles wird beobachtet, ohne es aus heutiger Sicht zu bewerten.
Neben den schwierigen Seiten des Familienlebens gibt es immer wieder herrlich leichte Momente: Freundschaften, Streiche, kleine Abenteuer und die ersten zaghaften Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht. Gleichzeitig fließen große Ereignisse wie die Fußball-WM oder die Mondlandung ganz selbstverständlich in Bernhards Alltag ein. Dadurch entsteht ein sehr lebendiges Bild dieser Zeit.
Der Schreibstil ist angenehm und unkompliziert, an den richtigen Stellen humorvoll, ohne die ernsteren Themen kleinzureden. Besonders die Mischung aus persönlicher Erinnerung und Zeitgeschichte macht das Buch für mich interessant.
Eine authentische, warmherzige und manchmal nachdenklich stimmende Reise in eine Kindheit der 60er-Jahre, die zeigt, wie eng alte Regeln und beginnender Aufbruch damals nebeneinanderlagen. Von mir gibt es klare 5 Sterne.