Neun berührende Kurzgeschichten, die sich mit Abschiednehmen, Vergeben und Loslassen im Alter befassen.
Abschied kann bedrückend sein, kann auch befreien. Auch der Tod kann Abschied bedeuten, ein Abschied für immer - und der ist besonders quälend, wenn man eine alte Schuld nicht vorher klären konnte. Manchmal muss man sich auch von einer Liebe verabschieden, gewollt oder ungewollt. Abschied nehmen bedeutet auch, sich von einem Lebensabschnitt verabschieden und etwas Neues wagen. Mit jedem Abschied und jedem Neubeginn sind auch Erinnerungen und Gefühle verbunden, die dann besonders stark aufkommen. Quälend ist auch die Angst vor drohendem Verlust, selbst die Ahnung davon verursacht Unbehagen. Wie ein buntes Kaleidoskop präsentiert uns hier der Autor neun Kurzgeschichten, die sich alle mit dem Thema Abschiednehmen befassen, und doch sehr unterschiedlich sind. Die Geschichten sind sehr vielfältig und handeln von Menschen meist höheren Alters, die sich in verschiedenen Phasen des Lebens befinden. Die Sprache ist einfühlsam und vermittelt sehr emotional auch die Gedanken der Menschen, warum sie so und nicht anders handeln. Es sind ruhige leise Worte mit sehr viel Tiefgang, die uns Leser*innen dazu anregen, über die eigene Situation nachzudenken. Bernhard Schlink, geb. 1944 im heutigen Bielefeld, aufgewachsen in Heidelberg, ist ein deutscher Jurist, pensionierter Hochschullehrer und Schriftsteller. Seinen schriftstellerischen Weltruhm erlangte er mit dem 1995 erschienenen Roman"Der Vorleser", der in über 50 Sprachen übersetzt wurde. Die Erzählsammlung"Abschiedsfarben"erschien 2020 und erreichte Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Der Autor hat eine US-amerikanische Lebensgefährtin und einen erwachsenen Sohn aus geschiedener Ehe. Schlink pendelt zwischen seinen Wohnsitzen in New York und Berlin. Fazit:Einfühlsame Geschichten von einem begnadeten Erzähler.