Mein Gefühl beim LesenNach Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter war ich ehrlich neugierig auf den Abschluss von Emelys und Elyas' Geschichte. Endlich zusammen, endlich Klarheit. Beim Lesen hatte ich oft dieses Gefühl von "schön, vertraut, aber auch ein bisschen zu viel des Guten". Es gibt viele schöne Momente, aber auch einige Stellen, die sich unnötig gezogen haben oder emotional nicht mehr ganz so stark gezündet haben wie in den Vorgängern.Atmosphäre, vertraut, emotional, aber weniger intensivDie Stimmung bleibt typisch Carina Bartsch: gefühlvoll, humorvoll und sehr nah an den Figuren. Allerdings fehlte mir hier etwas die Intensität der ersten beiden Bände. Vieles fühlt sich ruhiger an, fast schon wie ein langes Nachklingen statt eines richtigen Finales. Schön, aber nicht durchgehend packend.Emely & Elyas: immer noch sie selbstEmely ist weiterhin sarkastisch, unsicher und emotional, manchmal liebenswert, manchmal anstrengend. Elyas bleibt der Gegenpol: ruhig, loyal, aber auch nicht frei von eigenen Baustellen. Ihre Wortgefechte funktionieren nach wie vor gut, wirken stellenweise aber etwas wiederholend. Man kennt ihre Dynamik inzwischen sehr gut, Überraschungen bleiben eher aus.Beziehung, angekommen, aber nicht konfliktfreiEs war schön zu sehen, dass die beiden endlich zueinandergefunden haben. Gleichzeitig lebt die Geschichte weiterhin stark von Missverständnissen, innerem Zögern und emotionalem Hin und Her. Das passt zu den Figuren, hat sich für mich aber stellenweise etwas im Kreis gedreht.Nebenfiguren & UmfeldFamilie und Freunde mischen wieder kräftig mit, teilweise charmant, teilweise etwas zu präsent. Die Nebenhandlungen rund um Jessica und das Umfeld bringen Abwechslung, nehmen der eigentlichen Liebesgeschichte aber auch Raum, den ich mir stellenweise für Emely und Elyas selbst gewünscht hätte.Plot & TempoDie Handlung ist ruhig und stark charaktergetrieben. Wer viel Drama oder große Wendungen erwartet, wird hier eher enttäuscht. Das Tempo ist gemächlich, manchmal sogar etwas schleppend. Als Abschluss funktioniert es okay, aber nicht alles fühlt sich zwingend notwendig an.Emotionale WirkungEs gab schöne, warme Momente und Szenen, die mich berührt haben, vor allem, weil man die Figuren so lange begleitet hat. Gleichzeitig hat mich das Buch emotional nicht mehr so abgeholt wie die ersten beiden Teile. Dafür fehlte mir etwas die Tiefe und Dringlichkeit.Fazit:Sonnengelber Frühling ist ein solider Abschluss für Emely und Elyas, der Fans der Reihe sicher zufriedenstellt. Gefühlvoll, vertraut und stellenweise sehr schön , aber auch etwas zu lang und emotional nicht mehr ganz so stark wie seine Vorgänger.Ein gutes Buch für alle, die die Geschichte zu Ende lesen wollen, aber kein Highlight der Reihe.