Wenn Einschaltquoten alles sind
Eine erfolglose Nachmittags-Talkshow versucht mit einer skandalträchtigen Sendung die Einschaltquoten zu retten. Mehrere Opfer eines Serientäters sollen ihre Geschichten erzählen, bevor der Täter überraschend im Studio auftaucht. Doch als der Plan scheitert, gerät die Sendung außer Kontrolle und das Team muss improvisieren. Der Roman ist eine bissige und schwarzhumorige Satire auf das Fernsehen, Sensationsgier und die Bereitschaft, für Aufmerksamkeit moralische Grenzen zu überschreiten.
Wir bekommen nicht genau gesagt zu welcher Zeit das Buch spielt, aber vermutlich zu einem Zeitpunkt, als die ganzen Talkshows so langsam ihr Ende gefunden hatten und man darum gekämpft hat, nicht ganz vergessen zu werden. Denn aus diesem Grund muss man Themen finden, die die Leute noch einschalten lassen.
Und genau diesen Kampf und wie die Leute damit umgehen, beschreibt die Geschichte. Und das auf eine ungeschönte, harte und sehr direkte Art. Wer also gerade das Thema s**uelle Übergriffe nicht lesen kann und/oder möchte, sollte die Hände von dem Buch lassen.
Ich fand die Geschichte selbst sehr gut erzählt und ich hatte eigentlich immer die ganzen Sendungen von früher vor den Augen. denn als ich Jugendliche war, war das die Hochzeit und ich bin quasi mit ihnen aufgewachsen.
Dass es gegen Ende dann etwas abstrus wurde, passt schon wieder so gut, als hätte es doch so passieren können. Wer also selbst noch die Zeit kennt oder sie kennenlernen will - lest das Buch und staunt.
Es erschien übrigens erstmals 1997 und Diogenes hat es nun neu veröffentlicht.
ISBN: 978-3257248357
Autorin: Charles Lewinsky
Verlag: Diogenes
ET: 25.03.26
Umfang: 240 Seiten