Für Leser, die sich für die Arktis interessieren, ist dieser Roman ein sehr informativer Erlebnisbericht, der einen Einblick in das Leben auf Spitzbergen in denn 30er Jahren gewährt. Sehr faszinierend wird beschrieben, wie der Alltag ohne Strom, in Einsamkeit und bei extremster Wetterbedingungen gemeistert wird. Gefallen hat mir, dass es sich hierbei nicht nur um Beschreibungen handelt, sondern auch Dialoge vorkommen. Der Schreibstil ist altmodisch, aber dennoch sehr gut verständlich. Wichtig ist, dass man sich beim Lesen immer wieder vor Augen führen muss, dass dieser Bericht fast 100 Jahre alt ist und es eine andere Zeit war, denn die Pelzjagd wird beispielsweise glorifiziert und auch das Töten von Tieren als Nahrungsbeschaffung ist auch zentrales Thema in dem Roman - nicht immer einfach zu lesen aus heutiger Sicht. Was mir nicht so gefallen hat ist, dass sich das Buch stellenweise sehr gezogen hat, ich hatte manchmal das Gefühl, immer den gleichen Ablauf zu lesen (Schnee schippen, auf Jagd gehen, Feuer im Ofen machen, Essen zubereiten). Leider wurde ich auch irgendwie den Eindruck nicht los, dass die Hauptfigur mehr eine gelangweilte, reiche Hausfrau ist, die den Alltagstrott daheim entfliehen will, als dass sie eine Pionierin mit Entdeckergeist ist...Dennoch schafft sie es aber, Spitzbergen mit all seinen Facetten sehr bildhaft zu beschreiben, sodass die Flora und Fauna von Spitzbergen vor dem geistigen Auge des Lesers erwacht. Auch wenn man sich schon intensiv mit der Arktis auseinander gesetzt hat, kann man dennoch Neues aus diesem Bericht lernen.