Inhalt:
Catherine Birklung hat nach einem schweren Ereignis in Afghanistan mit den Folgen ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Das Erlebte lässt sie nicht los und sie fällt immer tiefer in ein persönliches Loch. Als sie schließlich auch noch ihren Job verliert, scheint ihr Leben endgültig aus den Fugen geraten zu sein.
Dann erhält sie einen Anruf von ihrer Freundin Pim, die sich in Bangkok befindet. Dort ist die junge Clara verschwunden und Pim bittet Catherine um Hilfe. Catherine reist nach Thailand und beginnt gemeinsam mit ihr nach Clara zu suchen. Dabei führt sie die Suche immer tiefer in eine Welt voller Geheimnisse und Gefahren. Gleichzeitig wird Catherine immer wieder mit ihren eigenen Erinnerungen und Problemen konfrontiert.
Eigene Meinung:
Bei Treibsand hatte ich zunächst mit einem Thriller gerechnet, bei dem die Suche nach der verschwundenen Clara deutlich stärker im Mittelpunkt steht. Tatsächlich nimmt aber vor allem Cathrine und ihre persönliche Geschichte sehr viel Raum ein.
Das Ereignis in Afghanistan hat tiefe Spuren bei ihr hinterlassen und sie hat große Schwierigkeiten, wieder Kontrolle über ihr Leben zu gewinnen. Ihre Gedanken, Erinnerungen und ihr Umgang mit dem Erlebten begleiten die Handlung fast durchgehend. Dadurch lernt man Cathrine sehr intensiv kennen und bekommt einen guten Eindruck davon, wie sehr sie mit sich selbst zu kämpfen hat. Cathrine ist keine Hauptfigur, zu der ich sofort einen Zugang gefunden habe. Trotzdem fand ich ihre Figur interessant, weil sie sehr viele Ecken und Kanten besitzt. Hinter all ihren Problemen erkennt man immer wieder, dass sie durchaus hartnäckig und engagiert sein kann.
Die Suche nach Clara war für mich grundsätzlich spannend, rückte aber immer wieder etwas in den Hintergrund. Ich hätte mir deshalb an manchen Stellen gewünscht, dass der eigentliche Fall noch mehr Raum bekommt. Besonders Pim und Yosuf hätte ich ebenfalls gerne noch etwas näher kennengelernt.
Besonders mochte ich das Setting in Bangkok. Die Stadt verleiht der Geschichte eine ganz eigene Stimmung und wirkt dabei nicht wie eine bloße Hintergrundkulisse. Man bekommt verschiedene Eindrücke vom Leben vor Ort und erlebt sowohl lebendige als auch deutlich rauere Seiten der Stadt. Gerade diese Gegensätze haben für mich gut zur Handlung gepasst und die Atmosphäre zusätzlich verstärkt.
Das Erzähltempo ist eher wechselhaft. Gerade am Anfang liegt der Fokus stark darauf, Cathrine und ihre Vergangenheit kennenzulernen. Später gewinnt die Handlung für mich deutlich an Spannung und die Suche nach Clara wird immer interessanter.
Fazit:
Treibsand ist für mich weniger ein klassischer Thriller mit einer durchgehend rasanten Ermittlung, sondern vielmehr die Geschichte einer gebrochenen Frau, die gleichzeitig versucht, einen Vermisstenfall aufzuklären und mit ihren eigenen Problemen zurechtzukommen.
Cathrine steht klar im Mittelpunkt und ihre inneren Kämpfe nehmen teilweise mehr Raum ein als der eigentliche Fall. Ich hätte mir etwas mehr Fokus auf die Suche nach Clara gewünscht, fand den Schauplatz Bangkok und die düstere Atmosphäre aber sehr gelungen. Insgesamt ein interessanter Auftakt, bei dem ich besonders gespannt bin, wie sich Cathrine in den weiteren Bänden entwickeln wird.