Als Nachfolger von Das Galgenrätsel bin ich mit einer Mischung aus Neugier und hohen Erwartungen an Das Reptilienhaus herangegangen. Ich habe ein Buch gelesen, das mich zwar gut unterhalten, aber nicht vollständig überzeugt hat. Mag vielleicht auch ein wenig am Cover gelegen haben, welches überhaupt nicht zum ersten Band passt. Der Klappentext klingt reizvoll und zu Beginn entsteht auch eine unruhige Stimmung, die mich neugierig durch die ersten Kapitel getragen hat.
Allerdings hatte ich im weiteren Verlauf das Gefühl, dass sich die Handlung zwischendurch etwas zieht. Manche Passagen wirkten auf mich unnötig ausführlich und aufgebauscht, während andere Entwicklungen überraschend schnell abgehandelt wurden. Dadurch ging für mich stellenweise die emotionale Tiefe verloren. Auch hätte ich mir bei der Figur von Eric Parker mehr Entwicklung und greifbare Motive gewünscht.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und sorgt dafür, dass sich die Seiten schnell weglesen lassen. Besonders gelungen fand ich einzelne Szenen, die sehr bildhaft geschrieben sind und bei mir sofort Kopfkino ausgelöst haben. Gerade in den stärkeren Momenten zeigt der Danilo Fender, wie gut er Spannung aufbauen und mit Erwartungen spielen kann.
Der Spannungsbogen ist insgesamt solide, es gibt starke Momente sowie gute Ideen, aber nicht alle davon werden konsequent genutzt. Das Ende hat mir gefallen, weil es die Geschichte stimmig abschließt, auch wenn der große Überraschungseffekt für mich etwas stärker hätte ausfallen dürfen.
Unterm Strich habe ich Das Reptilienhaus gern gelesen. Es punktet stellenweise mit einer packende Geschichte, interessanten Ideen und einem angenehmen Lesefluss. Kleinere Längen und ein paar unausgeschöpfte Möglichkeiten verhindern für mich jedoch die ganz große Begeisterung dennoch war es gutes Leseerlebnis, das ich gern weiterempfehle.
Von mir gibt es 3,5 Sterne.
Es möge sich aber bitte jeder Interessierte seine eigene Meinung bilden!