Ich mag Schiffe jetzt einfach noch weniger...
From Below hat es geschafft, mir Schiffe noch unheimlicher zu machen, als sie es ohnehin schon waren.Die Idee hat mich sofort angesprochen. Ein Ozeandampfer verschwindet 1928 spurlos und Jahrzehnte später macht sich ein Tauchteam daran, das Wrack zu untersuchen. Was dort unten auf sie wartet, sorgt für eine richtig beklemmende Atmosphäre. Gerade das Setting tief unter Wasser hat für mich unglaublich viel zur Spannung beigetragen. Die Enge, die Dunkelheit und das Gefühl, nicht einfach fliehen zu können, machen das Ganze noch intensiver.Besonders gut gefallen haben mir die wechselnden Zeitebenen. Man begleitet zum einen das Tauchteam in der Gegenwart und erlebt gleichzeitig, was damals auf der SS Arcadia passiert ist. Beide Handlungsstränge waren spannend und haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen wollte.Der Schreibstil liest sich angenehm flüssig und obwohl das Buch fast sechshundert Seiten hat, bin ich gut durch die Geschichte gekommen. Trotzdem hätte man an einigen Stellen etwas kürzen können. Manche Szenen haben sich für mich ein wenig gezogen und genau deshalb ist das Buch am Ende knapp an einem Highlight vorbeigeschrammt.Auch die Figuren haben mir gut gefallen. Das Tauchteam wirkte glaubwürdig und jeder hatte seine eigene Persönlichkeit. Dadurch haben sich die Dynamiken innerhalb der Gruppe sehr natürlich angefühlt. Auch die Rückblicke in die Vergangenheit haben der Geschichte noch einmal eine ganz andere Stimmung gegeben.Ein paar offene Fragen sind am Ende zwar geblieben und ich hätte mir bei manchen Dingen etwas mehr Details gewünscht, insgesamt hat mich das aber nicht allzu sehr gestört.Wer Lust auf atmosphärischen Horror abseits von verlassenen Häusern hat und ein beklemmendes Setting liebt, sollte sich dieses Buch definitiv einmal anschauen.4.5 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung für alle Darcy Coates Fans, und die, die das Buch noch nicht kennen, aber gruselige Stories lieben.Werbung da Rezensionsexemplar