Endlich! Mit Die Geister von Blackwood House hat der Festa Verlag ein weiteres Buch von Darcy Coates veröffentlicht, und ich konnte mich wieder von meiner Queen of Haunted House Horror-Romanen erschrecken lassen.
Intro:
Ich kann gar nicht recht beschreiben, wie sehr ich mich auf die neue Übersetzung von Darcy Coates beim Festa Verlag gefreut habe! Ich liebe die Horror-Romane dieser Autorin mittlerweile so sehr, dass ich höchstwahrscheinlich jedes ihrer Bücher blind kaufen würde.
Ihre Art Horror zu schreiben hat mich einfach in den Bann gezogen und ihr eingängiger Schreibstil ist absolut grandios.
Die Geister von Blackwood House zeigte mir nun einmal mehr, wie sehr ich es mag, in Darcys Fantasie einzutauchen und mir von ihr eine kribbelige, schaurig-schöne Gänsehaut verpassen zu lassen.
Zur Handlung:
Mara ist in einem spirituellen Haushalt aufgewachsen und hat ungefiltert Sitzungen mit angeblichen, sogenannten Sèancen, beigewohnt. Sie hat daran geglaubt, was ihre Eltern da taten, bis sich der Schleier plötzlich legte und sie hinter die betrügerische Fassade gesehen konnte. Seitdem will sie mit solchen Machenschaften nichts mehr zu tun haben. Sie hat nicht nur seit 4 Jahren keinen Kontakt zu ihrer Familie, nein, es ist ihr auch völlig egal, dass es in ihrem neuen Haus angeblich spucken soll. Diese überlieferten Geschichten interessieren sie nicht, denn sie glaubt nicht an derartige Mythen. Mara hat sich vom ersten Augenblick an in dieses weit abgelegene Anwesen verliebt und nichts kann sie davon abhalten, es auch zu ihrem Heim zu machen. Doch kaum ist Mara mit ihrem wenigen Hab und Gut eingezogen,
erwacht das Haus zum Leben. Schritte sind zu hören und der Schaukelstuhl scheint ein Eigenleben zu führen. Als dann ihr Freund Neil bei Abrissarbeiten ein altes Foto entdeckt, gerät Maras eisern aufrechterhaltenes Weltbild erstmals ins Wanken. Denn der Mann auf dem Bild ist niemand geringer als ihr eigener Urgroßvater
Die Figuren:
Wie nicht anders zu erwarten war, sind sämtliche Haupt- und Nebencharaktere absolut lebendig und authentisch agierend ausgearbeitet worden. Stets gelingt es der Autorin sehr gut, die für jede Situation passenden Emotionen zu transportieren, sodass man diese ungefiltert nachempfinden kann.
Mara ist eine selbstbewusste junge Frau, die sich seit Jahren ohne familiären Rückhalt durchs Leben schlägt. Sie ist sehr genügsam und braucht nur wenig, um zufrieden zu sein. Hinsichtlich spiritueller Themen duldet sie keinerlei Kompromisse und wirkt diesbezüglich schon fast stur und uneinsichtig. Doch ist es mehr ein Schutzmechanismus und Verdrängung von etwas, das sich tief in ihrem Inneren verbirgt.
Neil ist ein überaus sympathischer Typ, der sich neben seiner Arbeit liebevoll um seine Mutter kümmert. Er ist sehr hilfsbereit und Mara ein absolut treusorgender und liebender Partner, auch wenn er den ganzen spukigen Geschichten um Blackwood House deutlich vorsichtiger gegenübertritt.
Der Schreibstil:
Darcy Coates hat einen flüssigen und sehr schön leicht zu lesenden Schreibstil. Ihr Vermögen, Handlungen und Figuren lebendig zu beschreiben, ist einfach absolut ausgereift und kommt ohne übertrieben dargestellte Brutalität aus. Die von der Autorin zum Leben erweckten Geister verschaffen ihrer Fangemeinde stets ein kribbeliges Gefühl im Nacken und eine den Rücken hoch jagende Gänsehaut. Immer wieder gelingt es ihr auf grandiose Weise, neue heimgesuchte Orte mit einer ganz besonderen mystischen Atmosphäre zu erschaffen.
Die Story ist in sich abgeschlossen und verfügt über einen leuchtend roten Faden, der zielsicher durch die Geschichte führt, welche von Beginn an sehr fesselnd, atmosphärisch dicht und wunderschön schaurig ist.
Das Setting von Blackwood House ist absolut bildhaft gezeichnet. Ich liebte es sehr, mich durch das Jahrhunderte alte Gebäude zu bewegen. Klingt das verrückt? Ja, vielleicht!
Aber das Haus strahlte eine magische Anziehungskraft aus, der ich mich nicht entziehen konnte. Das alte Holz knackt und knarzt, es zieht an allen Ecken und Enden, und über allem liegt eine dicke Staubschicht. Als sich dann Schritte durch das Haus bewegen, Türen aufspringen, der Schaukelstuhl vor und zurück wippt, und Kinderweinen zu hören ist, hat das alte Gemäuer mich vollends in seinen gespenstischen Bann gezogen und nicht eher losgelassen, bis es seine Geheimnisse offenbart hat und die Geschichte zu Ende erzählt ist.
Fazit:
Mit Die Geister von Blackwood House hat mich Darcy Coates einmal mehr absolut begeistern können, und mit ihrer Fähigkeit, richtig guten und perfekt zu mir passenden Horror zu schreiben, überzeugt.
Es fällt mir mit jedem gelesenen Buch schwerer, auf eine neue Übersetzung zu warten und hoffe inständig, dass hängen lässt.