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Feine Freunde

Commissario Brunettis neunter Fall. Originaltitel: Friends in High Places.
Taschenbuch
Eine Ermittlung gegen Brunetti? Unmöglich. Zwar geht es nur um seine Eigentumswohnung und die Baubewilligung, doch Brunetti muß das Schlimmste befürchten. Als der zuständige Beamte wenig später von einem Baugerüst stürzt, weiß Brunetti mit Sicherheit … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Feine Freunde
Autor/en: Donna Leon

ISBN: 3257233396
EAN: 9783257233391
Commissario Brunettis neunter Fall.
Originaltitel: Friends in High Places.
Übersetzt von Monika Elwenspoek
Diogenes Verlag AG

1. Januar 2002 - kartoniert - 336 Seiten

Beschreibung

Eine Ermittlung gegen Brunetti? Unmöglich. Zwar geht es nur um seine Eigentumswohnung und die Baubewilligung, doch Brunetti muß das Schlimmste befürchten. Als der zuständige Beamte wenig später von einem Baugerüst stürzt, weiß Brunetti mit Sicherheit, daß es in diesem Fall keineswegs nur um seine eigene Wohnung geht. Seine Ermittlungen führen Brunetti in die venezianische Drogenszene, zu Wucher und Korruption. Nur 'Feine Freunde' können da noch helfen.

Portrait

Donna Leon wurde in New Jersey, USA, geboren und lebt seit über zehn Jahren in Venedig. Sie unterrichtet englische Literatur in Vicenza, einer Außenstelle der Universität Maryland auf einem US-Luftwaffenstützpunkt. Ihr Erstling, ein Venedigkrimi mit Opernatmosphäre, wurde mit dem renommierten japanischen Suntory-Preis für den besten Kriminalroman des Jahres 1991 ausgezeichnet.

Pressestimmen

Ach, wie schön hätte er sein können, der Samstagvormittag in Venedig, an dem es für Commissario Guido Brunetti nichts besseres zu tun gab, als wie "ein fetter Wal" auf dem Sofa zu liegen, in den Büchern über die Heldentaten der alten Griechen zu schmökern und auf seine Frau zu warten, die frischen Krabben vom Rialto-Markt holen wollte. Dass diese beschauliche Ruhe nicht lange währen konnte, war klar: Der Störenfried kommt in Gestalt des Signor Rossi, eines blässlichen Liegenschaftsbeamten, der das Leben der Brunettis durcheinander wirbelt. Für die Wohnung, seit mehr als 20 Jahren im Besitz der Familie, gebe es keine Baugenehmigung, keinerlei Pläne, einfach nichts. "Ich fürchte, dass diese Wohnung gar nicht existiert", sagt der Beamte, als er in Brunettis Wohnzimmer auf einem Sessel Platz nimmt. Brunetti, braver zweifacher Familienvater und seit rund 20 Jahren bei der Polizei in Venedig, war gegenüber dem italienischen Staat stets kritisch eingestellt. Die Willkür staatlicher Organe, Bestechungsskandale und Vetternwirtschaft hatte er in seinem Beruf immer wieder erlebt. Aber dieser absurde Angriff einer Behörde auf sein Privatleben geht Brunetti entschieden zu weit. Legale Mittel, das ist dem Commissario klar, fruchten in einem solchen Fall nicht. "Conoscenze" heißt das Zauberwort: Geschuldete Gefälligkeiten, die man im Laufe eines Lebens von Freunden und Bekannten gesammelt hat, werden eingefordert. Da können nur "Feine Freunde" helfen. Die Monate plätschern dahin, das Leben dreht sich um Risotto mit Erbsen, dann Paprikawürstchen mit Knoblauch, wieder Risotto und vor dem Mittagsmahl das erste Gläschen Wein. Was hat der Mann eigentlich für Arbeitszeiten? Mit dem Frühling kommt die Gewalt nach Venedig und damit viel Arbeit für Brunetti. Signor Rossi stürzt von einem Baugerüst und stirbt. Einem Studenten steckt die Spritze noch im Arm, als er gefunden wird. Ein Fixer-Pärchen wird tot geprügelt. In "Feine Freunde" ist Donna Leons Brunetti gealtert. Eigentlich kein Wunder bei der Doppelbelastung: Seit Jahren drückt sich der Deutschen Lieblingskommissar in den Bestsellerlisten herum und ermittelt nun bereits zum neunten Mal in der Lagunenstadt (Brunettis erster Fall: "Venezianisches Finale" erschien 1995 in deutscher Übersetzung). Doch Brunettis Alter zeigt sich nicht nur an der Kurzatmigkeit, wenn er, Verbrechern auf der Spur, Treppen hinaufhechtet. Es ist nicht so, dass er frustriert wäre. Vielleicht hat er sich einfach so an die italienischen Realitäten gewöhnt wie an das immer wiederkehrende Hochwasser, das Venedigs Kulturgüter langsam verfaulen lässt. So fragt er sich, ob auch die meisten seiner Kollegen auf den Lohnlisten der Mafia stehen. Ob alle seine Versuche, Verbrechen zu verhindern und zu bestrafen, von vornherein zum Scheitern verurteilt sind. Vor der latenten Traurigkeit, die den Commissario in die Abgründe der Lagunenstadt begleitet, flieht er in sein geradezu beneidenswert friedliches Privatleben. Die Kinder sind inzwischen fast erwachsen. Sohn Raffi hat seine pubertären Krisen endlich überwunden und studiert. Chiara, "die Piccolina", ist auf dem besten Weg, dem Kinderzimmer zu entschlüpfen - sie plant bereits ihr Leben als Entdeckerin. Und auch Paola Brunetti, Dozentin für englische Literatur an der Universität, streitet nicht mehr so oft wie früher mit ihrem Gatten. Brunetti, der im Laufe der Jahre ein wirklich guter Bekannter geworden ist, gönnt man den häuslichen Frieden von Herzen. Denn die kleine Welt in Venedig ist korrupt, gemein und bisweilen tödlich. Der amerikanischen Schriftstellerin, die seit Jahren in der langsam untergehenden Adriastadt lebt, ist mit "Feine Freunde" erneut ein Kriminalroman gelungen, der sicherlich wieder in die Bestsellerlisten schießen wird. Zu Recht. © DER SPIEGEL - Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 07.05.2002

Auf venezianische Weise geregelt
Mit Brunettis neuntem Fall geht Donna Leon im Kanal baden

Die Vorlieben des biederen venezianischen Commissario Guido Brunetti sind aus den vorangehenden acht Romanen Donna Leons hinlänglich bekannt. Am liebsten liegt er wie ein "gestrandeter Wal" daheim auf dem Sofa, nippt hin und wieder am Grappa und blättert tatenarm, aber gedankenvoll in seiner Xenophon-Ausgabe. Denn er ist ein gebildeter Mann und wohl sogar ein wenig überqualifiziert für das rauhe Geschäft der Verbrecherjagd. Das häusliche Glück scheint vollkommen, zumal Gattin Paola es seit dem letzten Buch aufgegeben hat, auf eigene Faust gegen die Übel dieser Welt anzukämpfen, womit sie ihren Ehemann in beträchtliche Konflikte mit seinen Dienstpflichten gebracht hatte. Statt dessen bereitet sie nun wieder geduldig das nächste Risotto vor, Erbse für Erbse.

Doch plötzlich gerät die Reis-und-Pasta-Idylle der Brunettis in Gefahr. Ein sympathischer Beamter des Katasteramts nämlich versucht dem verdutzten Commissario zu beweisen, daß sein geliebtes Domizil im Herzen Venedigs überhaupt nicht existiert. Baupläne, gar eine Baugenehmigung für die Dachgeschoßwohnung der Brunettis hat es offenbar nie gegeben, und so droht nach strenger Behördenlogik eine schwere Geldbuße, womöglich gar der Abriß der Wohnung. Das ist zweifellos eine betrübliche Nachricht für den ruhebedürftigen Polizisten, der nun gemeinsam mit Paola nach Möglichkeiten suchen muß, diese Angelegenheit auf venezianische Weise, also abseits der amtlichen Wege, zu regeln. Aber taugen solche Wohnungsprobleme dazu, Spannung über mehr als dreihundert Seiten aufrechtzuerhalten?

Das hat sich Donna Leon offenbar auch gefragt, und so läßt sie sich denn allerhand einfallen, um Brunettis private Sorgen mit dreieinhalb richtigen Kriminalfällen zu verbinden. Eines Tages verunglückt der nette Katasterbeamte bei einem Sturz vom Baugerüst. Einzig der instinktsichere Brunetti, dem dieser vermeintliche Unfall eigentlich ganz willkommen sein dürfte, wittert dahinter ein Verbrechen und beginnt eigenmächtig seine Recherchen. Die führen ihn - wir haben es nicht anders erwartet - in einen tiefen Sumpf von Korruption und Bestechlichkeit. So dürfte dieses neue Buch für treue Brunetti-Fans wenig Überraschendes bieten, weshalb denn auch die Handlung immer träger vor sich hin dümpelt, wie das trübe Wasser in einem Kanal.

Gegen Langeweile aber glaubt Donna Leon ein sicheres Rezept zu kennen, schließlich hat sie noch jeden ihrer Romane mit einer wohldosierten Dosis Sozialkritik ausgestattet. Diesmal meint sie es besonders gut und greift gleich zwei heiße oder eher lauwarme Eisen auf. Da ist zunächst das Rauschgift, das hoffnungsvolle Söhne in rücksichtslose Dealer oder hilflose Opfer verwandelt und selbst standhafte Väter zum Weinen bringt. So hat man es oft gelesen, und so beschreibt es auch Donna Leon. Kaum ein Klischee läßt sie bei der Beschreibung des Drogenmilieus aus, vergißt auch nicht den "guten Junkie", der als braver Junge vom Land in der großen Stadt verführt wird. Eine hübsche Pointe besteht freilich darin, daß diesmal Brunettis Vorgesetzter, der unsympathische Vice-Questore Patta, gewaltig leiden muß, da sein eigener Sohn als Dealer verhaftet wird. So dient die Rauschgiftszene allein als gruslig-pittoresker Hintergrund für Brunettis unermüdliche Streifzüge durch Venedig und hat wenig mit der eigentlichen Handlung zu tun.

Ein weit schlimmeres Übel verbirgt sich unter dem Deckmantel christlicher Nächstenliebe, wie Brunetti während seiner Ausflüge entdecken muß: Ein abgerissenes altes Paar, das täglich auf dem Campo San Luca Besucher empfängt, verschenkt öffentlich Heiligenbilder, heimlich aber verleiht es Geld zu Wucherzinsen und hat auf diese Weise bereits zahlreiche venezianische Häuser in seinen Besitz gebracht. Die moralische Entrüstung des guten Commissario und seiner Erfinderin ist groß, und das leise geraunte Zauberwort "Mafia" verleiht allen Machenschaften ein zusätzliches Geheimnis, an das niemand zu rühren wagt. Deshalb verschwinden die alten Wucherer auch bald wieder aus dem Blickfeld der Leser. Statt dessen erscheinen in den letzten Kapiteln des Romans unversehens zwei neue Verdächtige, die sich schließlich als die wahren Schuldigen am Tod des Katasterbeamten offenbaren. Mit Drogen oder Zinswucher haben sie allerdings nichts zu tun, am allerwenigsten mit der Mafia.

Es läßt sich nicht länger verschweigen: Donna Leon hat ein fades und verworrenes Buch geschrieben. Enttäuschten Lesern sei am Ende der Rat gegeben, es dem gebildeten Brunetti gleichzutun und sich mit einer Ausgabe der "Anabasis" aufs nächste Sofa zu legen. Xenophons Berichte über das griechische Heer können an Spannung und klarer Handlungsführung all das wettmachen, was dieser Roman vermissen läßt.

SABINE DOERING

Donna Leon: "Feine Freunde". Commissario Brunettis neunter Fall. Roman. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Monika Elwenspoek. Diogenes Verlag, Zürich 2001. 333 S., geb.

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