Generation um Generation
Der zweite Teil der Serie geht in der Familiengeschichte um eine Generation zurück und betrachtet aus der Vergangenheitsperspektive, wie diese Generation von Sinclairs zu Lügnern wurde. Sehr schön beschrieben finde ich die unendlichen Sommertage auf der abgeschiedenen Insel, aber trotzdem kommt kein Urlaubsfeeling auf. Die Grundstimmung ist durchgehend unheilvoll, sodass man als Leser*in gespannt darauf wartet, wann das nächste Unglück passiert. Es gibt auch viele Unglücke durch Ertrinken im Wasser, aber noch mehr Streitigkeiten, Unstimmigkeiten, die unter den Teppich gekehrt werden und über die man in der Familie nicht spricht und die man schon gar nicht nach Außen trägt. Wenn man zur Familie gehören will, muss man sich an die Spielregeln halten, wer aufmuckt, ist draußen und wird auch vom Familienvermögen ausgeschlossen. Diese toxische Familientradition vermittelt einerseits Stabilität und Sicherheit, aber dadurch wirken die Sommer nie entspannt oder frei. Zu Beginn passiert relativ wenig, man wird in die Familie eingeführt und im letzten Teil kommt es dafür geballt. Die Leseatmosphäre bleibt durchgehend spannend, unheilvoll und die Geschichte hat mich nicht losgelassen.