Diese Doppelausgabe vereint mit Hüter des Friedens und Unter Buschniggern zwei kolonial geprägte Erzählkomplexe Edgar Wallaces, deren Schauplatz das imaginierte Afrika britischer Verwaltung ist. In spannungsreichen Episoden um Distriktbeamte, Händler, Chiefs und Abenteurer entfaltet Wallace eine Prosa von journalistischer Knappheit, dramatischer Zuspitzung und serieller Ökonomie. Zugleich stehen die Texte fest im Kontext imperialer Unterhaltungsliteratur; besonders der zweite, heute rassistisch zu markierende Titel verweist auf Denkmuster seiner Entstehungszeit. Edgar Wallace, 1875 in London geboren, war Reporter, Kriegsberichterstatter, Vielschreiber und später einer der erfolgreichsten Autoren populärer Kriminal- und Abenteuerliteratur. Seine Erfahrungen im Umfeld des Empire, seine journalistische Schulung und sein Gespür für rasch erfassbare Konflikte prägten diese Erzählungen. Wallace schrieb für ein Publikum, das Exotik, Ordnungsvorstellungen und moralische Entscheidungssituationen erwartete, verband dies jedoch mit erzählerischer Routine und sicherem Timing. Empfohlen sei dieser Band Lesern, die Wallace nicht nur als Krimiautor, sondern als Produzenten imperialer Populärkultur verstehen wollen. Die Lektüre verlangt historische Distanz und kritisches Bewusstsein, belohnt aber durch Einblick in Erzählmechanismen, Mentalitäten und Ambivalenzen einer vergangenen literarischen Epoche.