Der Sieg des Islams entfaltet Gibbons Darstellung der Entstehung des muslimischen Gemeinwesens und seiner frühen Expansion aus dem Horizont der Aufklärungshistoriographie. Von Mohammeds religiöser Sendung über die politische Konsolidierung Arabiens bis zu den Eroberungen in Syrien, Persien und Ägypten verbindet der Text erzählerische Kraft mit skeptischer Analyse von Institutionen, Glauben und Macht. Sein Stil ist prägnant, antithetisch und oft ironisch; literarisch steht er zwischen klassischer Geschichtsschreibung und moderner Zivilisationsdiagnose. Eduard Gibbon, in deutscher Tradition meist als Edward Gibbon bekannt, war ein Historiker des 18. Jahrhunderts, geprägt von römischer Altertumskunde, protestantischen Kontroversen, französischer Gelehrsamkeit und dem Rationalismus der Aufklärung. Seine monumentale Geschichte vom Verfall und Untergang des Römischen Reiches suchte religiöse Überzeugungen, militärische Organisation und soziale Disziplin als historische Kräfte zu begreifen. Diese Perspektive erklärt sein Interesse am Islam: Er sah in ihm zugleich geistige Bewegung und weltgeschichtliche Macht. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die den Aufstieg des Islams nicht als isoliertes Glaubensereignis, sondern als politisch-kulturellen Prozess verstehen möchten. Man sollte Gibbons zeitgebundene Urteile kritisch mitlesen, doch gerade darin liegt sein Wert: Der Text schärft den Blick für historische Deutung, Quellenkritik und die bleibende Frage, wie Religion Imperien formt.