Mehr Klischee als Spannung
Lord of Revenge Teil eins konnte mich leider nicht überzeugen. Die Handlung folgt bekannten Mustern der Dark Romance und entwickelt sich früh in eine Richtung, die mich wenig überrascht hat.
Die Eskalation zum Ende des ersten Bands wirkt auf mich vorhersehbar, und die Figuren bleiben für meinen Geschmack zu blass, um die emotionale Wucht der verschiedenen Themen wirklich zu tragen.
Einzelne Szenen haben durchaus Potenzial, doch insgesamt fehlt es mir an Tiefe und Spannung.
Es hätte eine vielschichtige Geschichte sein können, die für mich jedoch nur an der Oberfläche kratzt. Immer wieder kehrt sie zu dem Spannungsfeld zwischen Arm und Reich zurück und verwebt es mit bekannten Motiven: bedrohtes Kindeswohl, Mord und Prostitution. Dazu noch der unaufhaltsame Drang nach Rache.
Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, mit den Protagonisten mitzufiebern. Stattdessen fühlte ich mich wie eine distanzierte Zuschauerin, die einem Lehrfilm folgt, ohne wirklich hineingezogen zu werden.
Für mich war es daher ein eher unterdurchschnittlicher Auftakt, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass viele Leserinnen und Leser dem Roman deutlich mehr abgewinnen können und darin zahlreiche glückliche Lesemomente finden werden.