Inhalt:
Amára und ihre menschliche Mutter wurden aus ihrem Dorf verbannt, weil sie eine Halbdämonin ist. Seitdem fristen die beiden ihr Leben unweit dieses Dorfes. Nach dem Tod ihrer Mutter verschlimmert sich ihre Lage und sie versucht sich durch Diebstähle über Wasser zu halten. Als sie eines Teges erwischt wird, bringt man sie zum Sterben in den nahe gelegenen Wald, der an das Dämonenreich grenzt.
Halbtot wird sie dort vom Dämonenfürsten Yésal gefunden und verschleppt. Wie wird ihr Schicksal wohl aussehen?
Meine Meinung:
Burning Hearts Glowing Thorns hat mich in eine fantasievolle Welt entführt, in der zwar gerade Frieden herrscht, die aber einen monumentalen Krieg zwischen Menschen und Dämonen hinter sich hat. Entsprechend tief sind die Gräben und Kinder aus Verbindungen zwischen beiden Völkern sind auf beiden Seiten nicht gerne gesehen. Umso mysteriöser mutet das Geheimnis um den Vater von Amára an, dessen Identität zunächst im Dunkeln liegt.
Schnell bin ich mit Elysa Winters Protagonistin warm geworden, die sich trotz der prekären Lage, in der sie sich befindet, nicht aufgibt.
Im Gegenteil, sie zieht Grenzen und stellt Forderungen und bringt damit Yesal, den ach so schrecklichen Dämonenfürsten immer wieder an seine Grenzen.
Wie gut, dass man das Buch aus beiden Perspektiven liest, denn so bekommt man auch gleich Einblick in das Seelenleben des Dämonen. Dass Yesal sich manchmal die brennende Haartracht raufen möchte, ist dabei genau so amüsant, wie Amáras Versuche sich seiner Anziehungskraft zu entziehen.
Hier trifft Enemies to Lovers auf Slowburn (wenn man bei einer Zeitspanne von 3 Monaten von Slowburn sprechen kann) und ich konnte mir als Leser so manches süffisante Grinsen nicht verkneifen, wenn Yesal mal wieder gegen Amáras hochgezogene Mauern anläuft, oder selbige mit ihren selbstgesetzten Grenzen hadert.
Eins ist auf jeden Fall klar. Auch wenn es in dieser Beziehung anfangs ein Machtgefüge gibt, bei der die Protagonistin den Kürzeren zieht, legt Autorin Elysa Winters sehr viel Wert auf Konsens. Wer hier nach Übergriffen, wie sie in Dark Romance Erzählungen teilweise vorkommen, sucht, der wird weitestgehend enttäuscht, denn Yesal entpuppt sich als Gentleman-Dämon, manchmal allerdings wider Willen.
Die Art, wie die beiden umeinander rumschleichen, in Verbindung mit so manchem verbalen Schlagabtausch, trägt viel zum Unterhaltungswert des Buchs bei. Die zusätzliche Spannung, die durch eine mysteriöse Krankheit ins Spiel gebracht wird, ist dabei das Salz in der Suppe, die den Start in diese Erzählung abrundet. Ein gelungener erster Teil, der neugierig auf die Fortsetzung macht, in dem es dann ruhig noch ein bisschen »darker« werden darf.