Ich habe nun endlich angefangen zu lesen und bin schon zu Beginn begeistert!
Sehr spannend. Passend ist der Ausdruck von Frau Rankl, dass das innere Bild der Eltern wie eine Zeichnung im Sand ist und durch Stress verweht. Sehr zutreffend.
Und dass manche Kinder eine Primärbindung zur Tagesmutter entwickeln, kann ich nur bestätigen. Mein Mann wird z.B. bis heute von 2 Kindern immer noch Papa genannt, obwohl sie schon im Schulalter sind.
Sehr passend ist ausgedrückt, dass ein Kind morgens bei der Trennung auf Flucht oder Kampf gepolt ist, jedoch nichts machen kann. Ich hatte mich neulich durch Zufall bei der Verabschiedung der Mutter neben das Kind gekniet und es am Oberkörper gestreichelt. Ich spürte plötzlich den Herzschlag und als die Mutter die Tür schloss, raste das Herz.
Eins meiner Tageskinder ist "mein Schatten". Gehe ich vom Spielzimmer in die Küche (alle Türen sind ausgehangen, es gibt immer Möglichkeiten den Raum zu wechseln), kommt es direkt zu mir ans Bein. Ich gehe zur Wäsche in den Hauswirtschaftsraum, es rennt wie gestochen hinter mir her.
Bei dem Abschnitt, in dem sehr sensible und eher ängstliche Kinder beschrieben wurden, die aneinander klammern, musste ich an eine Klassenkameradin von meiner Tochter denken. In der Krippe sagte die Erzieherin damals, dass sie und ein Junge sehr gut befreundet seien. Wenn einer in den Sandkasten geht, geht der andere nach. Geht der eine rein, geht der andere nach, sie sitzen immer nebeneinander usw. Der Junge ist bis heute sehr schüchtern und nimmt noch heute das Mädchen mit (die Kinder sind jetzt 12), wenn er im Schulsekretariat etwas holen muss. Kann das als Freundschaft bezeichnet werden?
Derzeit habe ich 4 Jungs (18 bis 24 Monate alt) in der Betreuung und denen gebe ich jeden Morgen nach dem Frühstück einen Korb mit Puppen, Kleidung, Babyflaschen, Waschlappen. Die Jungs lieben dieses Spiel und setzen sich alle zusammen in die Küche. Aber sie legen die Puppe ruhig hin, drehen den Korb um, schmeißen mit Klamotten wie Konfetti, "trinken" selber aus der Babyflasche und fassen die Puppe nur kurz an.
Von den kleinen Mädchen aus der letzten Betreuungsgruppe haben sich zwei jeden Morgen die Puppen genommen und diese "gefüttert", die ganze Zeit gestreichelt, mit der Puppe geredet und sie immer im Raum mitgeschleppt. Nun die spannende Frage: Ist das angeboren?