Leider nicht überzeugend
Ich habe den vierten Shepherd¿Band mit einer Mischung aus Vorfreude und Skepsis begonnen - und leider hat sich Letzteres am Ende stärker bestätigt. Der Einstieg funktioniert noch gut: Tempo, Brutalität, dieses typische Cross¿Gefühl von "Okay, das wird heftig". Aber je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher bricht sie unter ihrem eigenen Anspruch zusammen.Was mich am meisten frustriert hat, ist die Unausgewogenheit. Der Plot wirkt von Anfang an etwas konstruiert, aber bis zur Hälfte kann man das noch mit dem hohen Unterhaltungswert ausgleichen. Danach driftet alles in eine Richtung ab, die für mich weder spannend noch glaubwürdig war. Die Wendungen sind vorhersehbar und gleichzeitig so überzogen, dass sie eher Kopfschütteln als Nervenkitzel auslösen. Ich hatte mehrfach das Gefühl, Cross wolle um jeden Preis schockieren - und genau dadurch verliert die Geschichte an Wirkung.Auch die Figuren, die ich in den ersten Teilen wirklich gern begleitet habe, bleiben hier erstaunlich blass. Marcus und Maggie treten auf der Stelle, Andrew ist kaum mehr als Staffage, und selbst Ackerman Jr., der sonst das Highlight der Reihe ist, bekommt zu wenig Raum, um sein Potenzial auszuspielen. Es ist schade, wenn die interessantesten Charaktere nur noch als Stichwortgeber dienen.Was das Tempo angeht, ist der Roman ebenfalls unausgewogen: lange Passagen, in denen wenig passiert, gefolgt von einem Finale, das plötzlich alles auf einmal abfeuert. Für mich fühlt sich das eher nach verschenkter Spannung an als nach bewusstem Aufbau.Unterm Strich bleibt ein Buch, das zwar noch einzelne starke Momente hat, aber insgesamt deutlich hinter den Vorgängern zurückbleibt. Ich war weder völlig gelangweilt noch wirklich begeistert - eher enttäuscht, weil ich weiß, dass Cross es besser kann. Deshalb landet dieser Band für mich bei 2,5 von 5 Sternen.