Frank Lüttig gelingt es in Die Entdeckung, eine Geschichte zu entfalten, die sowohl leise als auch eindringlich wirkt. Mit einem feinfühligen Blick für Details und menschliche Regungen führt er seine Leserinnen und Leser behutsam in eine Welt, die auf den ersten Blick alltäglich wirkt, sich aber nach und nach als überraschend vielschichtig erweist. Besonders beeindruckend ist, wie Lüttig das Thema Entdeckung nicht nur auf eine äußere Handlung bezieht, sondern es zugleich als inneren Prozess seiner Figuren begreift. Dadurch gewinnt der Roman eine bemerkenswerte Tiefe. Sein Stil ist klar und zugänglich, um Stimmungen lebendig werden zu lassen.
Besonders positiv hervorzuheben ist die ruhige Erzählweise, die dennoch kontinuierlich Neugier weckt. Die Handlung entwickelt sich organisch, ohne hastige Wendungen, und gerade dadurch wirkt sie authentisch und glaubwürdig. Die Entdeckung ist ein aber dystopischer Roman, der auch etwas Angst macht. Wer so etwas mag, wird an dem Roman seine Freude haben.