In einer Nacht durchgelesen! Spannend und nervenaufreibend!
Millie braucht diese Stelle. Dringend. Als Haushaltshilfe bei der wohlhabenden Familie Winchester auf Long Island bekommt sie nicht nur Arbeit, sondern auch ein Zimmer und die Möglichkeit, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Die Regeln im Haus sind eindeutig, die Erwartungen hoch, das Bild nach außen makellos. Doch schon kurz nach ihrem Einzug wird spürbar, dass unter dieser Oberfläche etwas nicht stimmt.Nina, die Hausherrin, zeigt zunehmend unberechenbares Verhalten. Sie verwüstet das eigene Haus, beschuldigt Millie für Dinge, die sie nicht getan hat, und setzt sie psychisch unter Druck. Die Tochter übernimmt diesen Ton und begegnet Millie mit offener Ablehnung. Nur Andrew, Ninas Mann, verhält sich freundlich und aufmerksam. Seine Nähe wirkt zunächst wie ein Ruhepol, gleichzeitig verstärkt sie Ninas Eifersucht und verschärft die Situation im Haus. Immer deutlicher wird, dass hier nicht nur Millie etwas verbirgt.Freida McFadden setzt konsequent auf psychologische Spannung. Gewalt spielt keine Rolle, stattdessen entsteht der Druck durch Manipulation, Misstrauen und das permanente Gefühl, beobachtet und beurteilt zu werden. Die Geschichte entwickelt sich ruhig, aber mit einem Sog, dem man sich kaum entziehen kann.Der Schreibstil ist klar, direkt und stark auf Tempo ausgelegt. Kurze Kapitel und präzise gesetzte Wendungen sorgen dafür, dass das Buch kaum Pausen erlaubt. Immer wieder wird das bisher Gelesene neu eingeordnet, ohne dass die Handlung künstlich verkompliziert wirkt. Gerade diese Balance macht den Reiz des Romans aus und sorgt für eine durchgehende Spannung.Fazit:"Wenn sie wüsste" hat mich um den Schlaf gebracht, weil Aufhören keine Option war. Für mich ist es ein Thriller nach meinem Geschmack, fesselnd, unblutig und psychologisch dicht erzählt. Wer Spannung lieber aus zwischenmenschlichen Abgründen als aus Brutalität zieht, findet hier einen überzeugenden Auftakt der Housemaid-Reihe, der auch problemlos für sich allein gelesen werden kann.