Am 17. Februar 2026 wäre Friedrich Cerha 100 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum gibt allerdings nur den äußeren Anlass, dem Wiener Komponisten, Dirigenten und Geiger den diesjährigen Sonderband zu widmen. Die Bedeutung von Friedrich Cerha (1926-2023) nicht nur für die österreichische Musikgeschichte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts ist so herausragend wie unbestritten. Vielen mag der Name Cerha geläufig sein als Vollender des nicht vollendeten 3. Aktes von Alban Bergs Oper "Lulu". Dahinter jedoch steht das lange Leben eines Komponisten, der in seinem Wirken eine Brücke von der sogenannten Wiener Schule bis in die Gegenwart schlägt. So verwundert es nicht weiter, dass die anfänglich serielle Struktur früher Werke Cerhas in späterer Zeit zunehmend freiheitliche Züge einer traditionsverbundenen Moderne zeigt. Mit Beiträgen von Erwin Barta, Sara Beimdieke, Daniel Ender, Eike Feß, Lukas Haselböck, Marco Hoffmann, Andreas Karl, Hartmut Krones, Christian Ofenbauer, Monika Voithofer, Gundula Wilscher und Susana Zapke.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Gundula Wilscher: Friedrich Cerhas Kindheit und Jugend im Kontext seiner musikalischen Sozialisation
- Susana Zapke: Orte der künstlerischen Moderne: Wien nach 1945
- Erwin Barta: Relazioni fragili e stabili. Friedrich Cerha und das Wiener Konzerthaus
- Eike Feß: (K)ein Enkelschüler Arnold Schönbergs? Überlegungen zu Friedrich Cerhas Verbindung zur Wiener Schule
- Monika Voithofer: Ein Wiener "Pierrot". Traditionsbezüge in Friedrich Cerhas und Marie-Thérèse Escribanos Interpretation des Sprechgesangs in Schönbergs "Pierrot lunaire" op. 21
- Daniel Ender: Tabus, Ökonomie und Aufmerksamkeit. Zu Friedrich Cerhas Ergänzung von Alban Bergs "Lulu"
- Andreas Karl: Divergenz 'richtig' gestalten. Text- und Klang-Isotopien in Friedrich Cerhas A-cappella-Musik
- Sara Beimdieke: Diesseitsorientierung statt Jenseitsdrohung. Friedrich Cerhas Rubaijat-Vertonungen für Chor
- Hartmut Krones: Planvolles Komponieren für planvolles Richten ("mit dem Schwerdt") und Verbrennen. Friedrich Cerhas "Verzeichnis für 16 Stimmen"
- Marco Hoffmann: " ein immer wieder anhebender Evolutionsprozess". Zu einer werkübergreifenden Klangstruktur bei Friedrich Cerha
- Lukas Haselböck: 'Sprachwerdung', Form und Geschichtsbewusstsein in Friedrich Cerhas späten Klangkompositionen: "Hymnus" (2000), "Nacht" (2011/13) und "Eine blassblaue Vision"(2013/14)
- Christian Ofenbauer: Reflektieren und daraus eine Haltung entwickeln. Das habe ich von meinem Lehrer Friedrich Cerha gelernt
- Abstracts
- Bibliografische Hinweise
- Zeittafel
- Autoren und Autorinnen