Der Name von Kaija Saariaho (1952-2023) steht für computergestützte Komposition. Seit den 1980er Jahren wurde die finnische Komponistin mit Wahlheimat Paris durch ihre elektroakustischen Kompositionen der Öffentlichkeit zunehmend bekannt. Wenn Saariaho anfänglich von seriellen Techniken des Komponierens ausging, so ist ihr Musikdenken doch kontextuell auch von der darstellenden Kunst, vor allem durch die Farbenlehren Goethes und Kandinskijs geprägt. In ihren Werken werden die Übergänge von Dissonanz und Konsonanz, von Geräusch und Klang erfahrbar. Der Facettenreichtum der Klangfarbe - zu verstehen durchaus auch im Kontext der französischen Spektralmusik von Tristan Murail oder Gerard Grisey - bildet den Fokus ihres Schaffens. Mit Beiträgen von Maarten Beirens, Mauro Fosco Bertola, Lukas Haselböck, Stefan Jena, Tomi Mäkelä, Julia Kursell, Ana Rebrina, Benjamin Schweitzer und Marina Sudo.