Gute Geschichte, aber mit ein paar Schwächen
"Fleur de Lavande" ist mein erster Roman von Gabriella Santos De Lima. Auf die Reihe Aufmerksam geworden bin ich durch Zufall und es klang nach einer interessanten Sommerlektüre.Vor allem das Trope Brothers best Friend hat mich dabei angesprochen. Die meiste Zeit spielt die Geschichte aus Violas Sicht. Ich fand Lucas Sicht oft viel zu kurz und erst gegen Ende bekommt man mehr von ihm zu lesen, was ich persönlich sehr Schade fand, da seine Sicht eine interessante Dynamik mit reingebracht hat. Vor allem hätte es die Liebesgeschichte interessanter und greifbarer machen können. So wirkte sie etwas flach und es fehlte dazwischen die Emotion von Luca. Vor allem sein großes Geheimnis hätte der Story und der Beziehung zu Viola noch mal mehr Spannung gegeben, sowie Herzklopfen.Auch sein problematisches Thema hätte deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient und kam meiner Meinung nach zu kurz. Der Schreibstil war gut, aber leider an manchen Stellen hatte ich das Gefühl Violas Probleme wiederholten sich zu oft. Die Zweifel waren manchmal zu präsent und zu ausschweifend, so dass es auch zäh wirkte. Es machte es auch schwer sie als Protagonistin näher andere Aspekte von ihr kennen zu lernen. An manchen Stellen wirkte es auch, wie die eigenen Autorenprobleme (wie die ups and downs, die Selbstzweifel, Social Media Marketing, Ideenklau, Erwartungen des Verlags etc.pp.). Einerseits bringt es Realismus rein, denn man kann es wirklich aus eigener Hand beschreiben, andererseits nahm dieser Aspekt teilweise so viel Raum ein, dass sich die Handlung stellenweise mehr wie eine Verarbeitung typischer Autorenprobleme anfühlte als wie eine romantische Entwicklung zwischen Viola und Lucas. Auch die Kopflisten von Viola waren eher störend.Die Aufarbeitung des Themas mit ihrem Ex und ihrer Schwester kam mir zu kurz und war zu schnell abgehandelt. Meine Erwartungen konnte das Buch also nicht komplett erfüllen. Das Buch wäre ein Highlight geworden, wenn manche Themen besser abgehandelt worden wären und Viola auch eine bessere Charakterentwicklung mitgemacht hätte. Das Drama zwischen Luca und Viola konnte mich auch nicht recht überzeugen und hätte durch bessere Kommunikation von Luca verhindert werden können. Das wirkte für mich etwas künstlich in die Länge gezogen. Es wird auch schon geteasert, worum es in Band 2 gehen soll und bin sehr auf die Thematik gespannt. Insgesamt war das Buch sehr schön, behandelt wichtige Themen, war aber leider kein Highlight geworden. Trotzdem bin ich auf Band 2 gespannt und freue mich schon es zu lesen.