"Monstrilio" gehört für mich zu den Büchern, mit denen ich erstmal warm werden musste. Tatsächlich war ich sogar in Versuchung Córdovas Erstlingswerk abzubrechen, weil ich vermutete das für mich falsche Buch zur falschen Zeit gegriffen zu haben.
Und die Thematik ist auch wirklich hart - schließlich begleitet man hier Eltern, die ein Kind verloren haben.
...doch nachdem ich mich erstmal eingelesen hatte, konnte ich nicht aufhören.
Diese Geschichte fasziniert auf so vielen Ebenen mit Facetten, die man nicht erwartet.
Dem Leser werden hier vier Erzählperspektiven serviert, die sich auch schön brav nacheinander zu Wort melden - da war ich sehr froh drum, denn hätten sich die Erzähler dieser Geschichte kapitelweise abgewechselt, wäre die Handlung längst nicht so emotional bindend geworden.
Zu Beginn begleitet man Margos, die gerade zusammen mit ihrem Mann Joseph den gemeinsamen Sohn Santiago verloren hat.
Auch wenn sie sich äußerlich nicht der Trauer hingibt, so leidet sie doch; und so entfernt sie einen Teil von Santiagos Lunge, um etwas von ihrem Sohn bei sich zu haben. Kurze Zeit später erfährt sie von einer alten mexikanischen Legende, die sie dazu bringt das Lungenstück anzufüttern - und siehe da, es erwacht zum Leben. Sie nennt das Wesen Monstrilio. Es wächst, es gedeiht, es frisst.. es frisst viel.
Klingt zunächst einmal nach Horror - und ist es auch. Aber eben ganz anders, als erwartet: Hier trifft der Horroraspekt die feelings.
Verlust, Trauer, Einsamkeit. Und letztendlich auch Fixierung auf Monstrilio, Annahme, Einsicht.
Hier liest man von viel Schmerz - und auch, wie es weitergeht.
Wie gesagt, es dauerte ein wenig, bis ich mich in dieser Geschichte zurechtgefunden hatte. Vielleicht tat ich mich besonders mit Magos Art zu trauen schwer, doch nachdem die Story erstmal losging flog ich durch die knapp 400 Seiten.
Vielleicht wäre noch wichtig zu erwähnen, dass dieses Buch in Bezug auf Sexualität sehr offen ist. Das heisst nicht, dass hier munter gerammelt wird, sondern dass keiner der Protagonisten eine spezifische Vorliebe bezüglich der Partnerwahl mit sich bringt. Mich stört es nicht - doch ist das eben nicht für jeden nachvollziehbar oder nett zu lesen, daher die Erwähnung.
"Monstrilio" lässt den Leser betroffen zurück.
Ein wichtiges Thema - denn Trauer ansich, kann das schlimmste Monster sein.