Ein zeitloses Meisterwerk der Toleranz, der Mühe beim Zugang und Verständnis erfordert
Die Geschichte spielt während eines Waffenstillstands im Dritten Kreuzzug in Jerusalem. Der jüdische Kaufmann Nathan kehrt von einer Reise zurück und erfährt, dass seine Adoptivtochter Recha bei einem Brand durch den christlichen Tempelherrn Curd von Stauffen gerettet wurde. Während Nathan dem in Geldnot befindenden muslimischen Herrscher Sultan Saladin auf die Frage nach der einzig wahren Religion mit der Ringparabel antwortet, wird ein Familiengeheimnis enthüllt, das alle Figuren unerwartet miteinander verbindet. Die dialogschwere Handlung ist im Blankvers verfasst, was sowohl den Zugang als auch das Verständnis erschwert.Bei den Protagonisten steht Nathan im Mittelpunkt der Handlung und wird glaubwürdig und sympathisch dargestellt. Relevante Nebenprotagonisten/Dialogpartner wie Recha, Tempelherr Curd von Stauffen und Sultan Saladin bereichern die Handlung und sind ein essentieller Teil davon.Wer dialogstarke und tiefgründige Geschichten mit den Themen Ethik, Religion und Philosophie mag, wird hier fündig.Der Schreibstil ist präzise, argumentativ und auf moralische Erkenntnis ausgerichtet.Minuspunkte: die bereits erwähnte Dialogschwere und der Blankvers erschweren sowohl das Verständnis als auch den Zugang zur Geschichte, was den Lesespaß stark mindert.