Ein spannender Thriller mit gutem Schreibstil und mehreren Perspektiven. Allerdings bleibt vieles vorhersehbar.
Der Vater Simon erlebt einen Albtraum, als seine Tochter Paige plötzlich verschwindet und deutlich macht, dass sie nicht gefunden werden möchte. Trotzdem macht er sich verzweifelt auf die Suche nach ihr. Als er sie schließlich im Central Park entdeckt, erkennt er sie kaum wieder: Paige wirkt verängstigt und verwirrt und flieht vor ihm. Um seine Tochter zu retten, muss Simon ihr in eine dunkle und gefährliche Welt folgen. Dabei stößt er auf Geheimnisse, die nicht nur ihn, sondern seine ganze Familie in große Gefahr bringen. "Suche mich nicht" war mein erstes Buch von Harlan Coben. Bisher kannte ich nur einige Verfilmungen seiner Geschichten, deshalb war ich gespannt, wie sich sein Schreibstil im Romanformat anfühlt.Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: aus der Sicht des Vaters Simon, der verzweifelt nach seiner verschwundenen Tochter sucht, der Privatdetektivin Elena Ramirez sowie der Auftragskiller Ash und Dee Dee. Simons Perspektive nimmt dabei den größten Teil der Handlung ein. Schon früh wird deutlich, dass die verschiedenen Handlungsstränge irgendwann zusammenlaufen werden, was beim Lesen eine gewisse Spannung aufbaut.Insgesamt habe ich mich beim Lesen gut unterhalten gefühlt. Coben schreibt sehr flüssig und versteht es, Spannung aufzubauen. Besonders im letzten Drittel nimmt die Geschichte noch einmal deutlich an Fahrt auf und lässt sich dann kaum noch aus der Hand legen.Trotzdem hat mich die Handlung nicht wirklich überrascht. Viele Entwicklungen waren für mich recht vorhersehbar, auch das Ende. Eine Ausnahme bildet für mich der Handlungsstrang rund um Elena Ramirez, der noch einmal etwas mehr Abwechslung in die Geschichte gebracht hat.Außerdem hätte ich mir bei einigen Figuren mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Besonders Ash und Dee Dee, aber auch Elena, bleiben teilweise etwas oberflächlich. Hier hätte ich gerne mehr über ihre Vergangenheit oder Motivation erfahren, um eine stärkere Verbindung zu den Charakteren aufzubauen.Alles in allem ist "Suche mich nicht" ein solider Thriller mit einem guten Spannungsbogen, der mich zwar gut unterhalten hat, aber insgesamt etwas zu vorhersehbar blieb. Ich würde 3.5 Sterne geben, aber hier gehen leider nur ganze Sterne, daher vergebe ich 3.