Insgesamt zu überspitzt und anstrengend. Die Hintergründe waren für mich interessanter als die eigentliche Geschichte.
Wir begleiten Diederich Heßling durch seine Jahre der Kindheit bis ins Erwachsenenalter hinein. Erleben am Anfang den herrisch-unterdrückenden Vater, vor dem er sowohl Angst als auch Respekt hat. Hingegen er seine Mutter verachtenswert findet. Auch später beim Studium in Berlin gibt er sich in der Bruderschaft einer weiteren Art von Unterdrückung hin. Im Berufsleben angekommen, versucht er, genauso autoritär aufzutreten wie der Papa. Schafft es aber nicht. Nur ein gelegentliches "Das Beste für sich selbst herausschlagen" gelingt ihm desweilen. Und dies sowohl in geschäftlichen, wie auch gesellschaftlichen Entwicklungen. Während ihn seine Intrigen immer weiter in den Abgrund Ich habe das Buch mit Hörbuch zusammen durchgearbeitet. Andernfalls hätte ich das Buch wohl vorzeitig abgebrochen.Gerade im hinteren Viertel war die Geschichte für mich extrem anstrengend, auch wegen der Wankelmütigkeit der Hauptfigur. Insgesamt empfand ich das Verhalten des Protagonisten als so wechselhaft, dass es mich schon beim Hören gestört hat. Diese Mischung aus Unterwürfigkeit einerseits und dann seine herablassende Art u.a. gegenüber den Frauen andererseits.Die meisten Figuren mögen ja überspitzt geschrieben sein. Aber dadurch zieht es sich für mich auf deutlich. Insgesamt konnte ich mit der Geschichte wenig anfangen. Vielleicht ändert sich das noch, wenn ich später noch mal über die Geschichte nachdenke.Interessant waren für mich dann ehr die Hintergründe zum Entstehungszeitraum und Heinrich Manns Einstellung zum Gehorsam. Diesbezüglich soll er ja anfangs mit seinem Bruder Thomas überkreuz gelegen haben. Erst später soll der berühmtere Bruder dem Buch eine Art hellseherische Kraft bescheinigt haben. Als in Deutschland die Nazis die Macht errangen.In einer anderen Rezi habe ich die Frage gelesen, wie sich der Roman auf die Denke der Bevölkerung ausgewirkt hätte, wäre er schon 1914 erschienen, statt erst nach dem 1.WK. Hätte es dann auch so viele willige Untertanen gegeben, die freiwillig in den Tod geschritten sind?Aber ich schätze, manche Propheten können Dinge noch so klar benennen. Manchmal bleiben sie einfach ungehört.