Sie ist schön, unermesslich reich und von unstillbarer Sehnsucht getrieben: Die Herzogin von Assy durchlebt drei Metamorphosen ihrer Existenz, drei Versuche, die absolute Erfüllung zu finden. In der Welt der Renaissance-Paläste und mediterranen Küsten sucht sie zunächst die Ekstase der Sinne - Diana, die Göttin der Jagd, wird ihr Vorbild. Doch die Jagd nach Lust und Schönheit hinterlässt nur Leere. Als Minerva wendet sie sich der Kunst und dem Geist zu, umgibt sich mit Künstlern und Dichtern, erschafft ein ästhetisches Universum. Aber auch hier findet sie keine Erlösung. Schließlich wird sie zu Venus - in der Liebe sucht sie jene Transzendenz, die ihr bisher verwehrt blieb. Heinrich Mann zeichnet in diesem dekadenten Sittenbild der Belle Époque das Porträt einer Frau, die an ihrer eigenen Maßlosigkeit zerbricht. Zwischen psychologischer Studie und mythologischer Überhöhung entfaltet sich ein schillerndes Panorama von Macht, Schönheit und der verzweifelten Suche nach Sinn in einer Welt ohne Grenzen.