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Sieben Jahre als Taschenbuch
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Sieben Jahre

Chronik der Gedanken und Vorgänge. Essays. 'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'. Mit Abbildungen.
Taschenbuch
Wie bei den drei vorausgegangenen Essay-Bänden im Rahmen der Heinrich-Mann-Studienausgabe gilt auch für diesen Band >Sieben Jahre. Chronik der Gedanken und Vorgänge< das Prinzip, daß alle Beiträge in der ursprünglichen, vom Autor konzipierten Zusamme … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Sieben Jahre
Autor/en: Heinrich Mann

ISBN: 3596116570
EAN: 9783596116577
Chronik der Gedanken und Vorgänge. Essays.
'Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe'.
Mit Abbildungen.
Ausgewählt von Peter-Paul Schneider
FISCHER Taschenbuch

1. Dezember 1994 - kartoniert - 746 Seiten

Beschreibung

Wie bei den drei vorausgegangenen Essay-Bänden im Rahmen der Heinrich-Mann-Studienausgabe gilt auch für diesen Band >Sieben Jahre. Chronik der Gedanken und Vorgänge< das Prinzip, daß alle Beiträge in der ursprünglichen, vom Autor konzipierten Zusammenstellung vorgelegt werden. Im Gesamtwerk Heinrich Manns nehmen seine Aufsätze, Artikel, Essays, politischen Kommentare, Redetexte einen wichtigen Platz ein. Er äußert sich dazu in seinem Erinnerungsbuch >Ein Zeitalter wird besichtigt<: »Jeder ein Ausbruch des gequälten Gewissens. [...] In der Republik machte ich meine Warnungen dringend und stark. Das freie Wort war nunmehr von der Verfassung gewährleistet; Grenzen setzten ihm die Inserenten der Zeitungen. Aber wieviel gerade mir erlaubt war, der Beweis ist auf das Furchtbarste erbracht, daß es nichts helfen konnte. In Ländern mit willkürlicher Machtverteilung ist die Presse eine Scheinmacht. Sie blendet die Augen, ohne sie wüßte man mehr. So las man Artikel wie meine. Unerschütterlich dahinter stand der Börsenbericht - und das Drohendste blieb ungedruckt, die geheimen Machenschaften der Wirtschafts-Talleyrands. [...] Oft genug erging ich mich ironisch, um mir und den Lesern einen guten Sonntag zu verschaffen. Denn man begehrte mich bei festlichen Gelegenheiten: schon ein Zeichen, daß niemand daran dachte, in der Woche mein Wort zu befolgen. Wer ernst sein will unter so aussichtslosen Umständen, muß aufflammen, aber kurz.«
Sieben Jahre<, gemeint sind die Jahre 1921 bis 1928, hieß es in dem Literaturblatt der damals tonangebenden >Frankfurter Zeitung<: »Ihr politisches Kernstück sind die fünfzig Seiten über die >Tragödie von 1923<, die Tragödie der Inflation. Der idealistische Glaube schärft den politischen Blick für wirtschaft-liche Machtzusammenhänge mehr als eine dogmatisch materialistische Geschichtsphilosophie. Niemals ist mit solcher sittlichen Leidenschaft, mit einer Sprache, die mit Nadeln sticht, mit Keulen hämmert, mit Messern schneidet, über dieses Jahr geschrieben worden.«

Besprechung

Wie bei den drei vorausgegangenen Essay-Bänden im Rahmen der Heinrich-Mann-Studienausgabe gilt auch für diesen Band Sieben Jahre. Chronik der Gedanken und Vorgänge das Prinzip, daß alle Beiträge in der ursprünglichen, vom Autor konzipierten Zusammenstellung vorgelegt werden. Im Gesamtwerk Heinrich Manns nehmen seine Aufsätze, Artikel, Essays, politischen Kommentare, Redetexte einen wichtigen Platz ein. Er äußert sich dazu in seinem Erinnerungsbuch Ein Zeitalter wird besichtigt: "jeder ein Ausbruch des gequälten Gewissens. [... ] In der Republik machte ich meine Wirrungen dringend und stark. Das freie Wort war nunmehr von der Verfassung gewährleistet; Grenzen setzten ihm die Inserenten der Zeitungen. Aber wieviel gerade mir erlaubt war, der Beweis ist auf das Furchtbarste erbracht, daß es nichts helfen konnte. In Ländern mit willkürlicher Machtverteilung ist die Presse eine Scheinmacht. Sie blendet die Augen, ohne sie wüßte man mehr. So las man Artikel wie meine. Unerschütterlich dahinter stand der Börsenbericht - und das Drohendste blieb ungedruckt, die geheimen Machenschaften der Wirtschafts-Talleyrands. [... ] Oft genug erging ich mich ironisch, um mir und den Lesern einen guten Sonntag zu verschaffen. Denn man begehrte mich bei festlichen Gelegenheiten: schon ein Zeichen, daß niemand daran dachte, in der Woche mein Wort zu befolgen. Wer ernst sein will unter so aussichtslosen Umständen, muß aufflammen, aber kurz."

Über die 1929 erschienene Originalausgabe von Sieben Jahre, gemeint sind die Jahre 1921 bis 1928, hieß es in dem Literaturblatt der damals tonangebenden Frankfurter Zeitung: "Ihr politisches Kernstück sind die fünfzig Seiten über die Tragödie von 1923, die Tragödie der Inflation. Der idealistische Glaube schärft den politis

Portrait

Heinrich Mann, 1871 in Lübeck geboren, begann nach dem Abgang vom Gymnasium eine Buchhhandelslehre, 1891/92 volontierte er im S. Fischer Verlag. Heinrich Mann hat Romane, Erzählungen, Essays und Schauspiele geschrieben. 1933 emigrierte er nach Frankreich, später in die USA. 1949 nahm er die Berufung zum Präsidenten der neu gegründeten Akademie der Künste in Ost-Berlin an, starb aber 1950 noch in Santa Monica/Kalifornien.

Leseprobe

Berlin

Ankunft in Berlin, Oktober 1921. Das Hotel ist verdunkelt und von Streikposten belagert. Weit und breit nur ein einsamer Direktor, der sagt: "Bringen Sie sich Papier mit und überziehen Sie Ihr Bett!" Eines Tages streiken dann auch noch die Autos. - Es sind die Tage, in denen das halbe Oberschlesien verloren geht: was nicht hindert, daß jeder um sein Besonderes weiterkämpft, zäh, unverwüstlich und trotz allem mit einem eisernen Bestand guter Laune.

Dies ist das Auffallendste, wenn jemand nach drei Jahren wiederkehrt, die gute Laune Berlins, eine Art Heiterkeit, die aus Rücklagen von Kraft kommt. Jedem muß dies ins Auge springen, vor allem dem Bewohner entfernter Reichsteile, die über ihre unliebsamen Erlebnisse der letzten drei Jahre durchaus nicht hinwegkommen können und dauernd schlechter Laune sind. Berlin ist über seine Erlebnisse hinweggekommen, es hat sie verarbeitet. Man muß glauben, daß seine geistige Verdauung schneller ist als die der entfernten Reichstelle. Es hat schon wieder gesittete Formen, sein Ton ist sogar höflicher als 1918, ja, als 1913.

Wie sieht es aus? Zugegeben, nicht schöner als 1913 oder selbst 1918, - wenn Schönheit nur Glanz und Fülle wäre. Die Straße ist als Bild viel ärmer geworden. Zwischen den stehen gebliebenen Dekorationen der reichen Zeiten bewegt sich ein im ganzen mißfarbenes Gewimmel ohne alle Üppigkeit an Gliedern, Wangen und Bekleidung. Umhaucht wird das Gewimmel von den Ausströmungen der großartigen Privatautos, die heutzutage wie alter Schweiß riechen: wohl der Schweiß, mit dem sie...

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