"Zum 100. Geburtstag Höllerers hat nun der Literaturwissenschaftler Heribert Tommek, der seit 2014 auch Leiter des von Höllerer selbst gegründeten Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg ist, alle Verdienste des großen Literatur-Impresarios in seiner Werkstudie 'Flecken' zusammengetragen. Das Buch konzentriert sich auf Höllerers Poetik der AugenblicksWahrnehmung und seine 'Topographie des Gegenwärtigen', seine biografischen Stationen werden nur gestreift. An einigen Stellen geht Tommek aber auch auf das biografische Trauma Höllerers ein."
Michael Braun, Signaturen, 20. 12. 2022
"Auf einen Leser freute ich mich besonders für diesen Artikel, der ihn nun nicht mehr lesen kann, denn er ist vor ein paar Wochen überraschend gestorben: Michael Braun. ( ) Man kann sehr gut an Höllerer anknüpfen. Auch wenn es um Braun geht. Wie wird man nun mit seinem tausendteiligen Werk umgehen? Wird man es glätten, aufhübschen, einen Sammelband an seine Stelle setzen, ambitionierter, als er es je war? Mit klugen Herausgebern, die herausgreifen, was gerade zum poetischen Zeitgeist passt? Oder lässt man sich auf das Bild vom Elefantengedächtnis ein? ( ) Durch all die Jahre und Phasen. Wenn unser elefantischer Anteil erst einmal aktiviert wird, entsteht mehr und mehr Raum und Tiefe. Wie wollen wir mit unseren Erfahrungen und denen unserer Zeitgenossen umgehen? Lethe heißt einer der beiden Flüsse im antiken Totenreich. Wer aus ihm trinkt, vergisst. Im Anthropozän scheint er an die Oberfläche geraten zu sein. Wie wollen wir leben, jetzt, lethisch oder elefantisch?"
Dieter M. Gräf, der Freitag, 3/2023
"Als grundlegende Idee für sein Buch 'Flecken' benennt der Autor den neuen Blick auf Höllerer selbst, ambivalente Aspekte inklusive: Er war nicht nur der souveräne Lyriker und strahlende Erfinder des Literaturbetriebs, sondern er war auch jemand, der die Entzauberung und Entfremdung des modernen Individuums in gesellschaftlichen 'Systemen' mit Heine, Büchner, Kafka bis hin zu Celan und international Al1en Ginsberg oder Tadeusz Rózewicz für sich selbst, sein Leben und sein Wirken sehr stark wahrnahm."
Anke Schäfer, Der neue Tag, 28. 11. 2022
" Heribert Tommeks Monografie 'Flecken': ein Stück germanistischer Fleißarbeit, das sich, obwohl viele Zeitzeugen noch am Leben sind, ausschließlich auf schriftliche Quellen stützt. Immerhin ist hier wertvolles Material versammelt."
Gregor Dotzauer, Der Tagesspiegel, 16. 12. 2022
Deutschlandfunk Büchermarkt
https://www. deutschlandfunk. de/walter-hoellerer-zum-hundertsten-100. html
Helmut Böttiger, Deutschlandfunk, 19. 12. 2022