Der allseits unbeliebte Kriminaloberkommissar Jakob Kratz wird wegen Mordes an einer Prostituierten festgenommen. Natürlich bestreitet er die Tat, aber alle Indizien sprechen gegen ihn und so kommt er zu Recht in Untersuchungshaft. Surendra Singh , ehemaliger Kriminalbeamter, kann sein Leben nach einer traumatischen Erfahrung wieder genießen. Er arbeitet als freier Ermittler und hat eine glückliche Beziehung mit der Reutlinger Kriminalbeamtin Leonie. Als Surendra von Kratz Verhaftung erfährt ,kann er nicht an dessen Schuld glauben. Zwar ist Kratz so etwas wie sein persönlicher Intimfeind, aber trotzdem ist er entschlossen, die Ermittlungen zu unterstützen.
Bei einem Besuch bei Anwalt Michaelis, Surendras gelegentlicher Auftraggeber, trifft er die Krimiautorin Marlena Kling. Hübsch und definitiv das weibliche Pendant zu einem Macho. Sie macht Surendra mehr als eindeutige Avancen , was dieser nicht zu schätzen weiß. Ab diesem Moment konnte ich Marlena nicht ausstehen. Ich fand ihr Verhalten übergriffig und würdelos. Zu seinem Leidwesen muss Surendra feststellen, dass es eine vage Verbindung Kratz zu dieser Frau gibt, deshalb muss er weiterhin Kontakt zu ihr suchen. Jede Begegnung der beiden war auch eine Herausforderung für mich, denn Marlena entpuppt sich immer mehr als Miststück.
Gerade als Surendra glaubt, Kratz könnte unschuldig sein, erhält er Informationen, die das Gegenteil beweisen. Inzwischen waren die Reutlinger Kollegen nicht untätig und verfolgen neue interessante Spuren. Dann verschwindet Surendra spurlos und trotz intensiver Suche bleibt er verschwunden.
Ich mag diese Krimireihe sehr, weil sie die Handlung langsam entwickelt und am Ende einer Achterbahn gleicht. Surendra ist ein sympathischer Ermittler, der nicht zu überhasteten Aktionen neigt, was mir gut gefällt. Aufgrund seiner indischen Wurzeln erfahre ich auch etwas über diese Kultur . Hinzu kommen eindrucksvollen Beschreibungen der Landschaft der Schwäbischen Alb.. Ebenso ein Pluspunkt ist die detaillierte Recherche der Autorin, die man der Handlung anmerkt. Hier hat mich die Schilderung Surendras Besuch im Untersuchungsgefängnis sehr gut gefallen.
Der Fall selbst hat viele überraschenden Wendungen und hält dadurch den Spannungsbogen hoch. Der Schluss lässt an Dramatik nicht zu wünschen übrig. Fast war ich der Autorin gram, weil sie Surendra so leiden lässt . Schmunzeln musste ich , weil die Krimiautorin im Buch so herrlich böse war.