Dorn. Hotel der Angst von Jan Beck hat mich auf vielen Ebenen überrascht: Es wird komplex, faszinierend und tragisch.
Der Kriminalpsychologe Simon Dorn lebt allein in einem verlassenen Hotel. Als seine einzige Kontaktperson zur Außenwelt ermordet wird, ermittelt er widerwillig mit der jungen Polizistin Lea Wagner gegen einen grenzüberschreitenden Serientäter.
Jan Becks Stil hat mir von Beginn an gefallen: schnörkellose, präzise Sätze und angenehm kurze Kapitel sorgen für einen regelrechten Lesesog. Dieses Buch ist ein Paradebeispiel für Ach, ein Kapitel geht noch und plötzlich ist eine Stunde vergangen.
Im Mittelpunkt steht Simon Dorn mit seiner tragischen Vergangenheit und seinem noch ungewöhnlicheren jetzigen Leben. Ich hab ein Faible für grummelige und eigenwillige Ermittler und Dorn ist genau so einer. Beck gelingt hier eine spannende und ausgewogene Mischung aus Mordermittlung und der Geschichte eines renommierten Kriminalpsychologen.
Die Geschehnisse werden aus verschiedenen Perspektiven und an unterschiedlichen Schauplätzen erzählt. Trotzdem bin ich nie durcheinandergekommen, denn jede Perspektive ist deutlich erkennbar. Besonders spannend war es zu beobachten, wie nach und nach alles zusammenläuft und sich offenbart, wie alles miteinander verbunden ist eine meisterhafte Konstruktion!
Puh, das Ende: einer dieser Plottwists, den man erst einmal sacken lassen muss und bei dem man plötzlich alles bisher Gelesene infrage stellt. Ich war kurzzeitig verloren und dann umso froher, dass auf den letzten Seiten noch weitere Details zur Auflösung geliefert wurden.
Aufgrund des Klappentexts erwartete ich mehr Einblicke in die anderen Zimmer und deren Fälle das passiert allerdings nicht. Vielleicht gibts ja mehr dazu in der Fortsetzung.
Der Auftakt der Dorn-Reihe ist eine klare Empfehlung für Thriller-Liebhaber, die ungewöhnliche Ermittlungsmethoden mögen, schockierende Plottwists lieben und nicht vor Komplexität zurückschrecken das Durchhalten lohnt sich!