. Ein Roman über eine zufälligen Begegnung und eine Liebe, die leise vergeht
Ein Roman, so unberechenbar wie das Leben selbst
unvollkommen und manchmal überraschend.
Mit den Jahren entführt auf eine Reise hinter die glänzende Fassade des öffentlichen Lebens dreier Menschen und legt frei, was sonst verborgen bleibt.
Unterhaltsam erzählt und doch blieb zwischen mir und den Protagonisten eine spürbare Distanz.
3/5
. Worum geht es genau
Jette, kinderloser Single hat sich mit Anfang 40 ihr Leben so eingerichtet, dass es passt.
Eva und Lukas, seit 20 Jahren ein Paar mit zwei Kinder und scheinbar perfektem Leben.
Alle drei stecken irgendwie fest und dies wird ihnen erst richtig deutlich als ihre Leben aufeinanderprallen.
. In Mit den Jahren begleiten wir die drei Protagonisten als Ich-Erzähler durch das Geschehen. Ihre Stimmen sind nah, beinahe schonungslos offen! Ihre Ecken und Kanten treten deutlich hervor, ihr Innenleben wird weit vor uns ausgebreitet. Und doch wollte sich bei mir keine wirkliche Sympathie einstellen. Wenn überhaupt, war mir Eva zwischenzeitlich noch am nächsten. Die Figuren wirken authentisch, ihr Handeln ist nachvollziehbar, wenn auch nicht immer klug oder förderlich für ihr eigenes Glück.
. Der Roman zeichnet ein ehrliches Bild davon, was geschieht, wenn nach Jahren der Ehe und des Zusammenlebens Gewissheiten ins Wanken geraten und sich leise, aber eindringlich die Frage einschleicht: Will ich das alles noch?
. Eva und Lukas scheinen auf den ersten Blick in einer ganz anderen Lebensrealität zu stehen als Jette und doch verbindet sie mehr, als es zunächst den Anschein hat. Zweifel, Unruhe und der Wunsch nach Veränderung durchziehen ihre Gedanken gleichermaßen. Es ist durchaus reizvoll, ihren Perspektiven zu folgen, doch vermochten mich ihre inneren Monologe nicht wirklich zu fesseln. Zwar sorgen vereinzelte Wendungen für Momente der Überraschung, doch wirkt das Ende letztlich zu vorhersehbar, zu konstruiert. Die möglichen Erkenntnisse, die diese Figuren aus ihrem Erleben hätten ziehen können, bleiben seltsam blass. Große Fragen werden gestellt
die Antworten darauf erscheinen jedoch eher flüchtig als tiefgründig.
. Was mich hingegen durch die Seiten getragen hat, ist Stennfatts Schreibstil flüssig, zugänglich und stellenweise von einem feinen, auflockernden Humor durchzogen, der dem Roman eine angenehme Leichtigkeit verleiht.
. Und dennoch blieb mir der Zugang zu den Figuren letztlich verwehrt. Nach dem Klappentext hatte ich mir mehr erhofft als eine Variation der klassischen Midlife- und Ehekrise. Die Anlage der Geschichte und das Potenzial ihrer Charaktere hätten, so scheint es mir, noch deutlich weiter ausgeschöpft werden können.
. Nichtsdestotrotz habe ich es nicht bereut diesen Roman gelesen zu haben.