"Abels Tochter" ist der zweite Band der Kain-Trilogie von Jeffrey Archer. Gegliedert in drei große Abschnitte der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft, schildert der Autor den Werdegang von Florentyna Abel. Dabei handelt es sich im ersten Drittel fast ausschließlich um die Ereignisse, die der Leser bereits im ersten Band erleben durfte. Diese nur gestrafft und aus der Sicht von Abels Tochter. Erst danach beginnt die eigentliche neue Story. Florentyna führt nun die Hotelkette ihres Vaters und geht in die Politik. Dabei durchläuft sie die klassischen amerikanischen Stationen von Kongress über Senat. Ihr eigentliches Ziel ist zugleich ihr Kindheitstraum. Die Präsidentschaft im Weißen Haus als erste Frau. Spätestens hier sind wir im Bereich der Fiktion, denn bekanntlich sind die Vereinigten Staaten von Amerika bis heute hier vorsichtig ausgedrückt noch sehr in der Vergangenheit verhaftet. Dies schildert Jeffrey Archer auch sehr gut, indem er seiner Protagonistin hier diverse Hindernisse in den Weg legt, die dieses Gebaren der Männerwelt offenbart. Teilweise hätte ich mir hier auch etwas weniger Stimmenauszählungen und dafür mehr Tiefgang gewünscht. Doch Richtung Ende werden die Ereignisse teils immer dramatischer, sowohl im Privatleben von Florentyna, als auch in ihrem politischen Wirken. In Summe ist dieser Band ein klassischer Mittelteil einer Trilogie, der teils etwas weniger Wiederholung, aber auch dafür etwas mehr Pep benötigt hätte. Der Band liest sich in der Sprache Archers flüssig und ist für mich in der Kategorie "solide" einzustufen. Vom abschließenden dritten Band wünsche ich mir aber wieder etwas mehr Spannung.