Die raue Atmosphäre, die Sagen, die Kreaturen und die Anleihen aus der Wikingerwelt sind überzeugend aufgebaut und sorgen für ein stimmiges Setting. Auch die Grundidee rund um alte Mächte, Rache, Familie und eine drohende Bedrohung fand ich spannend. Der Schreibstil ist sehr detailliert und bildhaft. Man merkt, wie viel Arbeit in den Aufbau der Welt geflossen ist, und man findet sich trotz der verschiedenen Handlungsstränge gut zurecht. Gleichzeitig war genau das für mich aber auch ein Problem. Viele Beschreibungen, Reisen und Kampfszenen nahmen sehr viel Raum ein, während die eigentliche Handlung für mein Empfinden oft nur langsam vorankam. Mit den Figuren wurde ich leider ebenfalls nicht richtig warm. Obwohl ihre Hintergründe interessant sind und sie viel erleben, blieb die emotionale Bindung bei mir aus. Besonders schade fand ich, dass die verschiedenen Handlungsstränge lange Zeit recht losgelöst nebeneinander stehen und sich der größere Zusammenhang erst sehr spät erkennen lässt. Trotzdem hatte das Buch durchaus seine starken Momente. Vor allem im späteren Verlauf nimmt die Geschichte spürbar Fahrt auf und einige Ideen haben mir wirklich gefallen. Insgesamt reicht das für mich aber nicht aus, um die Reihe weiterzuverfolgen.Für mich waren die interessanten Ansätze vorhanden, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht dauerhaft packen.