Ein komplexer Cold Case, ein authentischer Ermittler und ein Assistent, über den ich unbedingt mehr erfahren will.
Carl Mørck soll nach seinem Wiedereinstieg in den Polizeidienst, nachdem er bei einem Einsatz zwei Kollegen verloren hat, ein neues Sonderdezernat leiten: Sonderdezernat Q. Als One-Man-Show soll er sich um alte, ungelöste Fälle kümmern. Einer davon ist das Verschwinden der aufstrebenden Politikerin Merete Lynggaard, die vor fünf Jahren spurlos verschwand. Dabei verwickelt Carl mehr oder weniger unfreiwillig seinen neuen Assistenten Assad in die Ermittlungen.Toll, toll, toll! Ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass ich mit Jussi Adler-Olsen einen neuen Thrillerautor und mit dem Sonderdezernat Q eine neue Reihe für mich entdeckt habe. Ich suche immer wieder nach Krimis und Thrillern mit einem guten Ermittler oder Ermittlerteam und bin dabei auch schon auf einige Flauten gestoßen. Hier aber definitiv nicht! Carl Mørck ist ein sehr authentischer Ermittler, dem ich unglaublich gerne gefolgt bin. Das Buch ist dabei nicht unbedingt ein klassischer Pageturner, bei dem permanent etwas passiert oder die Spannung durchgehend auf die Spitze getrieben wird. Trotzdem hat für mich einfach alles zusammengepasst. Der Fall ist komplex, es gibt politische Verstrickungen, Geheimnisse und natürlich hat ein Cold Case noch einmal seinen ganz eigenen Reiz.Besonders gut fand ich, dass die Ermittlungen wirklich nachvollziehbar aufgebaut sind. Carl kann durchaus gegen Regeln verstoßen, die er als Polizist eigentlich befolgen müsste, aber seine Entscheidungen bleiben nicht ohne Konsequenzen. Dadurch hatte ich nie das Gefühl, dass der Fall nur deshalb vorankommt, weil der Ermittler einfach alles machen darf, was für die Handlung gerade praktisch ist. Auch die persönliche Ebene rund um Carl hat für mich genau die richtige Dosis bekommen. Sie gibt ihm als Ermittler mehr Tiefe, ohne den eigentlichen Fall zu überschatten. Gleichzeitig bin ich jetzt natürlich neugierig, wie sich das neu entstandene Team weiterentwickelt. Vor allem auf Assad bin ich gespannt. Er ist ein ziemlich ungewöhnlicher Assistent und wurde für mich überhaupt nicht platt in die Geschichte eingebaut. Ich möchte definitiv noch mehr über ihn erfahren und bin gespannt, was hinter dieser Figur steckt.Für mich ein richtig gelungener Auftakt, der definitiv Lust auf die nächsten Fälle macht.