Mit "Ab durch die Mitte" hat Kristina Günak einen Roman geschrieben, der mich nicht nur wunderbar unterhalten, sondern auch auf einer sehr persönlichen Ebene berührt hat.
Durch den lockeren und leichten Schreibstil fiel es mir unglaublich leicht, in Paulas Geschichte einzutauchen. Die Seiten flogen nur so dahin und gleichzeitig steckte zwischen den humorvollen und warmherzigen Momenten erstaunlich viel Tiefgang.
Besonders bewegt hat mich, wie nachvollziehbar Paula und ihre Lebenskrise dargestellt werden. Da ich selbst Anfang dreißig bin und mich mit vielen ähnlichen Fragen und Entscheidungen beschäftige, konnte ich mich sehr gut in ihre Gedankenwelt hineinversetzen. Eine Freundin von mir sagt oft, dass die Jahre zwischen dreißig und vierzig die anstrengendsten seien, weil man in dieser Zeit so viele wichtige Entscheidungen treffen muss und ständig mit Veränderungen, Erwartungen und Unsicherheiten konfrontiert wird. Genau dieses Gefühl zieht sich durch den gesamten Roman.
Was Kristina Günak besonders gut gelingt, ist die Botschaft, dass es nicht den einen richtigen Lebensweg gibt. Eine erfüllte Zukunft für eine Frau wird hier nicht automatisch mit Kindern, Ehe oder Karriere gleichgesetzt. Stattdessen zeigt die Autorin unterschiedliche Lebensrealitäten und Zukunftsentwürfe, ohne sie zu bewerten oder gegeneinander auszuspielen. Diese Offenheit und Wertschätzung für verschiedene Lebensmodelle fand ich unglaublich wohltuend.
Paulas Entwicklung im Verlauf der Geschichte hat mich wirklich überzeugt. Ihre Unsicherheit, die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen, und ihr ständiges Hinterfragen wirkten auf mich sehr authentisch. Gleichzeitig zeigt der Roman, wie viel Mut es braucht, für die eigenen Wünsche einzustehen und die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen zu tragen. Dabei romantisiert die Geschichte diesen Prozess nicht, sondern beschreibt auch die damit einhergehenden Zweifel und Ängste. Gerade das machte Paulas Entwicklung für mich so glaubwürdig und berührend.
Auch die Liebesgeschichte hat mir ausgesprochen gut gefallen. Sie drängt sich nie in den Vordergrund, sondern ist ganz natürlich in die Haupthandlung eingeflochten.
Als großer Hunde- und Tierfreund hat mich natürlich auch das Setting sofort abgeholt. Die tierischen Begleiter und die ländliche Atmosphäre verleihen der Geschichte zusätzlich Wärme und Charme.
Fazit:
Ab durch die Mitte ist ein wundervoller Roman über Selbstfindung, Lebensentscheidungen und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Warmherzig, lebensnah und voller kluger Gedanken über die Frage, was ein erfülltes Leben eigentlich ausmacht. Für mich war dieses Buch nicht nur eine schöne Geschichte, sondern auch ein Buch, das zum Nachdenken anregt und noch lange nachhallt.