Ganz amüsant, Heinz ist der Star des Romans. So agil möchte ich auch im Alter sein.
Was tun, wenn der 83jährige Vater vom Hochwasser betroffen ist, der Schaden groß ist und er Unterstützung braucht. Natürlich eilen die Schwestern Carmen und Paloma sofort zur Hilfe. Carmen wohnt weiter weg und Paloma in der Nähe. Somit wird beschlossen, dass Carmen ihren Vater Heinz erstmal zu sich nach Hause nimmt, während Paloma entrümpelt und das Haus wieder bewohnbar macht. Doch lange hält die neue Wohngemeinschaft von Heinz, Carmen und ihrem Partner Frank nicht an. Heinz hat im Alter seine Eigenarten entwickelt und sobald sein Haus wieder bewohnbar ist, geht es zurück und Carmen bleibt noch einige Zeit in der alten Heimat. Doch Ruhe kehrt nicht ein. Heinz trifft auf seine alte Jugendliebe Hilde, das Finanzloch ist groß und die beiden kommen auf verrückte Ideen, dieses zu stopfen. Und auch in Carmens Seelenleben geht es drunter und drüber. Beruflich läuft es nicht rund, die Wechseljahre machen ihr zu schaffen, ein Klassentreffen steht an und Erinnerungen an ihren ersten Freund werden wach. Ihr Partner Frank is not amused. Aber irgendwie fügt sich dann doch alles und mit einer gehörigen Portion Humor kann das Leben weitergehen.Ein amüsanter Roman für eine entspannte Zeit auf dem Sofa, allerdings mit Höhen und Tiefen. Einem starken Beginn folgt eine langatmige Mitte, bis die Geschichte zum Ende wieder an Fahrt aufnimmt und es zu einem guten Abschluss kommt. Mit der Protagonistin Carmen wurde ich leider nicht warm. Als Apothekerin im Alter von 53 Jahren finde ich ihr Verhalten eher unglaubwürdig und alles andere als altersgerecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so einfach seine Arbeitsstelle kündigt (auch würde ein Arbeitgeber Vorwürfe nur unter vier Augen vorbringen) und die neuen beruflichen Pläne scheinen eher spontan und nicht wirklich durchdacht. Das erscheint mir alles sehr unglaubwürdig. Sofern die Handlung 2021 spielen soll, so passt einiges nicht zusammen, da wir mitten im Pandemiegeschehen waren und das gesellschaftliche Leben nur eingeschränkt möglich war. Durfte Bofrost ins Haus? Sehr gelungen hingen finde ich Heinz als 83-jährigen Vater. Auch wenn seine Person natürlich etwas übertrieben beschrieben wird, so sehe ich hier realistische Eigenarten und finde die Figur sehr gelungen. Er ist wirklich der Star der Geschichte und bringt die Leserschaft zum Schmunzeln. Mir hätte der Handlungsstrang um ihn völlig ausgereicht. Das Drumherum um Carmen hätte es wirklich nicht gebraucht.