Das Buch "Garou" ist ein weiterer von Leonie Swanns Schafskrimis, in dem es ein Wiedersehen mit den Schafen aus Glennkill gibt. Auf ihrer Europareise machen die Schafe mit ihrer Schäferin Rebecca Winterrast in der Nähe eines französischen Schlosses. Doch die winterliche Idylle scheint zu trügen.Der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr angenehm und flüssig zu lesen, sodass man sehr schnell in die Geschichte hereinfinden konnte. Bereits nach wenigen Seiten fühlte es sich an, als würde man alte und liebgewonnene Bekannte wiedertreffen und vor allem für die Schafe aus Glennkill trifft dies voll und ganz zu. Wie schon im Vorgängerband entsteht ein großer Teil des Humors durch die Sichtweise der Schafe. Ihre Beobachtungen der menschlichen Welt, ihre Schlussfolgerungen und manchmal herrlich eigenwilligen Gedankengänge sorgen immer wieder für amüsante Momente. Gleichzeitig herrscht durch die Geschehnisse eine unterschwellige Bedrohung, sodass eine Grundspannung kontinuierlich spürbar ist. Diese Blance zwischen humorvollen Szenen und dem Kriminalfall, dem die Schafe nachgehen macht definitiv neugierig und lädt zum Miträtseln ein. Die Geschichtdn rund um den Garou verleihen dem Roman eine teilweise geheimnisvolle Atmosphäre und immer wieder stellt man sich die Fragd, was tatsächlich hinter den Erzählungen steckt - Aberglaube oder doch etwas Wahres? Diese Ungewissheit sorgte noch einmal für zusätzliche Spannung im Buch.Sehr gerne mochte ich auch wieder die Charaktere im Buch. Die Autorin versteht es hervorragend, ihren Figuren Persönlichkeit zu verleihen, egal ob Schafe, Ziegen oder Menschen. Die Schafe von Glennkill sind mir bereits im ersten Teil ans Herz gewachsen und auch hier haben die einzelnen Tiere wieder ihre ganz persönlichen Eigenheiten, die sie unverwechselbar machen. Es macht einfach Spaß, ihre Überlegungen, Diskussionen und geschmiedeten Pläne zu verfolgen, egal ob es sich dabei um den Leitwidder Othello, das schlauste Schaf Miss Maple, das Gedächtnisschaf Mopple The Whale oder das schnellste Schaf Lane handelt. Ich mochte alle einfach sehr gerne. Gleiches gilt für die Ziegen von der Nachbarweide, die mit ihrem "ziegenartige" Charakter frischen Wind in die Geschichte bringen und für unterhaltsame Szenen zwischen ihnen und den Schafen sorgten. Aber nicht nur die Tiere sind hervorragend gezeichnet. Auch die menschlichen Figuren wirken vielschichtig und authentisch. Interessant ist dabei vor allem, dass die Menschen überwiegend durch die Augen der Schafe betrachtet werden. Dadurch rücken oft ganz andere Eigenschaften und Verhaltensweisen in den Fokus, als es bei einem klassischen Krimi der Fall wäre. Was es aber letztendlich mit dem Garou auf sich hat und warum schon wieder ein Toter auf der Schafsweide liegt, das müsst ihr gemeinsam mit den Schafen aus Glennkill selbst herausfinden.Mir hat "Garou" insgesamt sehr gut gefallen. Ich mochte die Mischung aus einem spannenden Kriminalfall, dem doch ungewöhnlichen Ermittlern und einer guten Prise Humor. Dadurch versprühte die Geschichte ihren ganz eigenen Charm und ich habe das Buch wirklich sehr gerne gelesen. Von mir gibt es daher volle fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.