Alice's Abenteuer im Wunderland entfaltet die Reise eines neugierigen Kindes in eine Welt, in der Logik, Sprache und gesellschaftliche Konventionen lustvoll aus den Angeln gehoben werden. Carroll verbindet episodische Traumhandlung, Nonsense-Dichtung, Parodie und mathematisch präzise Wortspiele zu einem Werk, das die viktorianische Kinderliteratur erweitert und zugleich unterläuft: Hinter Teegesellschaft, Grinsekatze und Herzkönigin stehen Fragen nach Identität, Autorität und der Willkür von Regeln. Lewis Carroll, eigentlich Charles Lutwidge Dodgson, war Mathematiker, Logiker, Fotograf und Dozent in Oxford. Seine wissenschaftliche Schulung erklärt die paradoxen Dialoge und spielerischen Beweise, während sein Umgang mit Kindern, besonders die erzählerische Ursprungssituation einer Bootsfahrt mit Alice Liddell 1862, dem Buch seine mündliche Leichtigkeit gab. Aus pädagogischer Beobachtung, Sprachskepsis und viktorianischer Satire entstand ein Text von ungewöhnlicher intellektueller Eleganz. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern jeden Alters, weil es Unterhaltung nicht von Erkenntnis trennt. Kinder finden Abenteuer, komische Figuren und rasche Verwandlungen; Erwachsene entdecken eine scharfsinnige Reflexion über Sinnproduktion, Macht und die Grenzen vernünftiger Ordnung. Wer Weltliteratur verstehen will, begegnet hier einem Schlüsselwerk, dessen Heiterkeit bis heute philosophische Unruhe erzeugt.