Lion Feuchtwanger, 1884-1958, war Romancier und Weltbürger. Seine Romane erreichten Millionenauflagen und sind in über 20 Sprachen erschienen. Als Lion Feuchtwanger mit 74 Jahren starb, galt er als einer der bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache. Die Lebensstationen von München über Berlin, seine ausgedehnten Reisen bis nach Afrika, das Exil im französischen Sanary-sur-Mer und im kalifornischen Pacific Palisades haben den Schriftsteller, dessen unermüdliche Schaffenskraft selbst von seinem Nachbarn in Kalifornien, Thomas Mann, bestaunt wurde, zu einem ungewöhnlich breiten Wissen und kulturhistorischen Verständnis geführt. 15 Romane sowie Theaterstücke, Kurzgeschichten, Berichte, Skizzen, Kritiken und Rezensionen hatten den Freund und Mitarbeiter Bertold Brechts zum " Meister des historischen und des Zeitromans" (Wilhelm von Sternburg) reifen lassen. Mit seiner " Wartesaal-Trilogie" erwies sich der aufklärerische Humanist als hellsichtiger Chronist Nazi-Deutschlands.
Marta Feuchtwanger (1891 1987), geborene Marta Löffler, war eine bedeutende Persönlichkeit des deutschsprachigen Exils. In München als Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren, heiratete sie 1912 den Schriftsteller Lion Feuchtwanger und wurde über Jahrzehnte seine engste Vertraute, Kritikerin und Organisatorin seines Lebens und Schaffens. Gemeinsam erlebten sie die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts, die Emigration nach Frankreich im Jahr 1933 sowie die Flucht vor dem Nationalsozialismus in die USA. In ihrem Haus in Los Angeles, der später berühmten Villa Aurora, versammelten sich zahlreiche Künstlerinnen, Künstler und Intellektuelle des Exils. Nach dem Tod ihres Mannes bewahrte Marta Feuchtwanger dessen literarisches Erbe und trug maßgeblich dazu bei, die Villa Aurora als Erinnerungsort deutscher Exilkultur zu erhalten. Für ihr Engagement wurde sie unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.