Ich brauche sie nicht, um zu sehen, wie wundervoll du bist
"Tangled Tower" war meine erste Märchenadaption von Liz Rosen. In "Tangled Tower" begegnen wir zwei bekannten Charakteren sowie Thalric, dem Kerkermeister von Rapunzel.Liz Rosens Schreibstil ist flüssig, und sie findet die passenden Worte, um das Setting zu beschreiben. Da ich Rapunzel bereits in meiner Kindheit gerne gelesen habe, habe ich mich über diese Adaption sehr gefreut. Liz Rosen führt die Charaktere gekonnt ein.Es war für mich spannend, einen Bösewicht, der bereits in der Originalfassung als böse dargestellt wird, noch unangenehmer zu gestalten. Ihre Adaption verdeutlicht jedoch auch, dass durch Gothels Handeln alle zu Opfern der Umstände werden. Mit Thalric hatte ich im Laufe der Geschichte viel Mitgefühl, denn am Ende, und die Heilungsreise spielt auch für Thalric im Buch eine große Rolle, waren alle nur Kinder.Rapunzel empfand ich als naiv, nicht im negativen Sinne, sondern sie besaß diese kindliche Naivität, die Thalric beispielsweise fehlte. Obwohl Rapunzel diese Eigenschaft besitzt, ist sie doch ein unglaublich starker Mensch, der trotz geringer Lebenserfahrung genau weiß, was sie will.Thalric und Rapunzel führen gerade am Anfang eine Beziehung, die ein deutliches Machtgefälle aufweist. Er als deutlich älterer Kerkermeister. Doch im Laufe der Geschichte wird deutlich, dass nicht alles so ist, wie es scheint, und die Beziehung nimmt hier eine andere Entwicklung.Liz Rosen scheut sich zudem nicht, unbequeme Themen in die Geschichte einzubinden. Dadurch nimmt das Buch automatisch eine bestimmte Richtung an, aber die unbequemen Themen haben das Buch zu dem gemacht, was es ist.Für mich war es eine hervorragende Märchenadaption, die in sich sehr stimmig war und mir auch unglaublich viel Freude beim Lesen bereitet hat, die Charaktere auf ihrer Reise zu begleiten.Positiv möchte ich hier noch hervorheben, dass Rapunzel Thalric immer wieder verbal unterstützt und ihm gut zugeredet hat, wo er beispielsweise anderes gelernt hat.