Auf Der gefährlichste Ort von Maike Möller-Engemann bin ich tatsächlich durch Instagram aufmerksam geworden. Schon als ich gesehen habe, mit welchen Themen sich das Buch beschäftigt, wusste ich, dass ich es gerne lesen möchte. Häusliche Gewalt und Femizide sind erschreckende Realität und gerade deshalb finde ich es wichtig, dass auch Literatur diesen Themen Raum gibt.
Im Mittelpunkt steht Staatsanwältin Mara Sandmann. Ein Mann gesteht den Mord an seiner Frau, zieht sein Geständnis jedoch kurz darauf zurück. Beweise fehlen und ausgerechnet die einzige Zeugin, seine neunjährige Tochter, ist verschwunden. Bei ihren Ermittlungen stößt Mara zunehmend auf Hinweise, die weit über einen einzelnen Mordfall hinausgehen.
Mir hat der Kriminalroman wirklich sehr gut gefallen. Maike Möller-Engemann schreibt angenehm flüssig und verständlich, wodurch ich sehr schnell in der Geschichte war. Gleichzeitig schafft sie es, die ernsten Themen des Buches in eine spannende Handlung einzubetten, ohne dass ihre Bedeutung dabei für mich in den Hintergrund gerückt ist.
Besonders beschäftigt hat mich, wie deutlich der Roman den Blick auf häusliche Gewalt, Femizide und den gesellschaftlichen Umgang mit Betroffenen richtet. Es sind schwere Themen, die innerhalb der Geschichte nicht nur als Mittel zum Zweck eingesetzt werden, sondern einen wesentlichen Bestandteil des Romans bilden. Dadurch hat mich das Buch nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken gebracht.
Die Verbindung aus Kriminalfall und gesellschaftlich relevanten Themen hat für mich sehr gut funktioniert. Gerade weil hinter der fiktiven Geschichte Probleme stehen, die auch in der Realität existieren, blieb mir das Gelesene noch einmal auf eine andere Weise im Gedächtnis.
Für mich ist Der gefährlichste Ort deshalb nicht einfach nur ein spannender Kriminalroman. Es ist gleichzeitig ein Buch, das den Blick auf eine erschreckende Realität richtet und wichtigen Themen Raum gibt, über die meiner Meinung nach noch immer viel zu wenig gesprochen wird.
Ein Kriminalroman, der mich sowohl mit seinem Fall als auch mit seinen ernsten und wichtigen Themen überzeugen konnte.